Initiative für Berlin "Pro-Tempelhof"Das Gebäude / "Pro-Tempelhof"Haupthalle des Flughafens / "Pro-Tempelhof"Initiative für Berlin / "Pro-Tempelhof"Der Rosinenbomber an historischer Stelle / "Pro-Tempelhof"Ausschließlich Geschäftsflugverkehr / "Pro-Tempelhof"

Startseite

Der Flughafen

Die Initiative

Die Presse

Meinungen

Unsere Links

Ich mache mit!

Werbematerial


Aktionen!

Nachnutzung


Alle Infos zum
Volksbegehren!

Bürgerinitiative "Pro-Tempelhof"
----------------------------------------------------  Tempelhof bleibt FLUGHAFEN!
 

Alle nachfolgenden Pressemeldungen sind nicht redaktioneller Bestandteil dieses Internetangebots, sondern urheberrechtliches
Eigentum der am Ende jeder Meldung genannten Quelle. Diese Meldungen werden hier abgebildet um zu gewährleisten, dass
auch ältere Meldungen für das Nachvollziehen der Sachlage verfügbar bleiben!  Der Autor


Stimmen aus der Presse:
2009  2008  2007  2006


20.12.2008
• Neuer Vorstoß für Flugbetrieb in Tempelhof
Die Zeit des Fliegens in Tempelhof ist vorbei. Zumindest fast: Eine Flugschule will weiterhin eine neue Betriebsgenehmigung beantragen. Könnte das Unternehmen eine Chance haben?
Solange der Rechtsweg gegen die Aufgabe des Flugbetriebs noch nicht abgeschlossen ist, will auch die
Flugschule Berlin Tempelhof Aviators nicht aufgeben. Sie will, wie berichtet, den Flugbetrieb fortsetzen und dafür eine Betriebsgenehmigung beantragen. Diese ist der Flughafengesellschaft – auf deren Antrag – zum 31. Oktober entzogen worden. Zudem hat das Oberverwaltungsgericht am Mittwoch entschieden, dass auch das Aufgeben
als Flughafenstandort durch den Senat vom Juni 2007 rechtmäßig war.
Berlin Tempelhof Aviators habe bei der Luftfahrtbehörde im November angefragt, welche Unterlagen erforderlich seien, um eine neue Betriebsgenehmigung zu erhalten, sagte am Freitag Andreas Brühan von der Flugschule, die bisher in Tempelhof stationiert war. Eine Antwort habe man nicht erhalten.
Die Luftfahrtbehörde hatte, wie berichtet, bestätigt, dass ein solcher Antrag vorliege. Da er aber die formalen Vorgaben nicht erfülle, werde er abgelehnt. Unter anderem habe die Flugschule nicht geklärt, ob die Eigentümer des Flughafens – Berlin und der Bund – mit einer weiteren Nutzung als Flughafen einverstanden wären. Der Senat will die Schließung, die Bundesregierung hatte zuletzt angeboten, den Flughafen auf eigene Kosten mindestens bis zur Inbetriebnahme des ausgebauten Flughafens BBI in Schönefeld auf eigene Kosten weiterbetreiben zu wollen. Nachdem der Senat dies abgelehnt hatte, vereinbarte man, dass Berlin dem Bund die Anteile am Gebäude und den Flächen abkauft. Als Verkehrswert sind 40 Millionen Euro im Gespräch.
Die Flugschule will Tempelhof nach Brühans Angaben nur für Geschäftsflugzeuge öffnen und aus dem einstigen Verkehrsflughafen einen Landeplatz machen – wie es einst auch die Bahn AG geplant hatte. Dann müsste der Tower nicht mit Fluglotsen besetzt werden. Auch den Aufwand für die Feuerwehr könnte man drastisch reduzieren. Die Nutzer sollten zudem eine „Tempelhof-Pauschale“ bezahlen. Vom Gebäude würde die Flugschule nur die bisher für die Geschäftsflieger genutzten Räume übernehmen. An der Haupthalle hat man kein Interesse.
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online / von Klaus Kurpjuweit (20.12.2008)

19.12.2008
• Schließung Tegels schon vor Jahren angemahnt
Wie gefährlich ist der Flughafen Tegel? Darüber streiten Experten nicht erst seit dem jetzt bekannt gewordenen Gutachten zur Munitionsbelastung des Bodens. Schon bevor das 2005 erstellte Gutachten überhaupt vorlag, ist nach WELT-Informationen auf einer Krisensitzung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Schließung des Flughafens gefordert worden. Teilnehmer der Runde waren u. a. Vertreter der Senatsverwaltung, der Flugsicherung, der zuständigen Behörden für Altlastensanierung, der Flughafengesellschaft, der Polizei und der Oberfinanzdirektion.
Grund für die bekanntlich erfolglose Forderung schon damals: mögliche Gefahren für den Flugverkehr durch Munition im Boden. Nachforschungen bei einer in den 70er-Jahren beauftragten Räumungsfirma und dem damals noch zuständigen Bezirk hatten zuvor ergeben, dass das Gelände nicht - wie gedacht - bereits komplett von Kampfmitteln beräumt war. Betroffen waren unter anderem die Landebahnen, die Flächen zwischen den Landebahnen sowie der militärische Teil des Flughafens. Auslöser der Nachforschungen sollen dem Vernehmen nach Bauarbeiten auf dem Flughafenareal gewesen sein. Auf einer vergleichsweise kleinen Fläche waren mehrere Tonnen Munition zutage gefördert worden, darunter eine Langzeitzünderbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die nach Jahrzehnten im Boden sogar ohne massive Fremdeinwirkung explodieren kann. Der Bund ließ daraufhin seinen militärischen Teil des Airports 2005 beräumen. Für den zivilen Teil beschloss die Expertenrunde unter Federführung des Senats dem Vernehmen nach zunächst die Festlegung von Probeflächen. Unter anderem diese Sondierungen bilden nach WELT-Informationen die Grundlage für das 2005 erstellte Gutachten. Experten halten die Aussagen des Senats, der Flugbetrieb in Tegel sei sicher, für falsch. Langzeitzünderbomben selbst unter den Landebahnen könnten ausgelöst werden, wenn ein Flugzeug über die Bahn rutscht.
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / fal/schoe (19.12.2008)


 

17.12.2008
• Kläger will Revision gegen Tempelhof-Urteil
Berlin (dpa/bb) - Gegen das juristische Ende des Flughafens Tempelhof gibt es Gegenwehr:
Einer der unterlegenen Kläger will ein Revisionsverfahren. Der Flughafenbefürworter Wolfgang Przewieslik
kündigte wenige Stunden nach dem Gerichtsentscheid vom Mittwoch eine Beschwerde an. Sie richtet sich dagegen, dass das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eine Revision ausgeschlossen hatte.
Die Richter bestätigten die Entwidmung des Flughafens, der Ende Oktober zugunsten des neuen
Großflughafens in Schönefeld geschlossen worden war. Dagegen hatte auch die Interessengemeinschaft
City-Airport Tempelhof (ICAT) geklagt.
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / dpa/bb (17.12.2008)


 

17.12.2008
• Gericht weist Klagen zu Tempelhof ab
Das Oberverwaltungsgericht hat gestern die beiden Klagen gegen den vom Senat erlassenen Entwidmungsbescheid für den Flughafen Tempelhof abgewiesen. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen. Danach darf der Senat den Flughafen als Flughafenstandort unwiederbringlich aufgeben. Allerdings kündigte der Einzelkläger Wolfgang Przewieslik gestern an, gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde einzulegen, so dass der Senatsbescheid noch keine Bestandskraft erlangt. Nach seiner Ansicht ignorierte das Gericht, dass das Berliner Flughafensystem ohne Tempelhof überlastet sei. Das gelte insbesondere, als auf dem Gelände des Flughafens Tegel noch Kriegs-Munition liege. Das Gericht hatte Przewiesliks Klage abgewiesen, weil dessen geltend gemachte Rechtsverletzungen wie das Recht auf Mobilität und die Einschränkung der Flughafenkapazität keine gesetzliche Grundlage hat. "Es gibt kein Gesetz, dass einem einzelnen Bürger das Recht zugesteht, öffentliche Infrastruktur zu erhalten", so das Gericht. Auch das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit scheide aus, weil die Entwidmung Tempelhof damit nichts zu tun habe.
Neben dem Einzelkläger hatte auch die Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (Icat) geklagt. Sie hatte dem Senat vorgeworfen, dass er mit der im Juni 2007 verfügten Entwidmung das Recht auf Volksbegehren aushebelte. Der Berliner Verfassungsgerichtshof allerdings hat einen ähnlich begründeten Einspruch der Icat bereits im Oktober zurückgewiesen, wonach sich auch die Klage vor dem Oberverwaltungsgericht erledigt hatte.
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / von Katrin Schoelkopf (17.12.2008)



13.12.2008

• Berlin will dem Bund nicht 40 Mio. Euro für Tempelhof zahlen
Das Land Berlin will keine 40 Millionen Euro für die Bundesanteile am stillgelegten Flughafen Tempelhof bezahlen. "Der Kaufpreis ist nicht der Verkehrswert", sagte Senatssprecher Richard Meng am Freitag zum Wertgutachten zum Flughafen.
Ein unabhängiger Gutachterausschuss hat den Wert der Bundesanteile an der Immobilie nach Medienberichten auf 40 Millionen Euro beziffert. Die genannte Summe wollten am Freitag weder Senatssprecher Meng noch die Senatsverwaltung für Finanzen oder die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigen. Von dort hieß es nur: Das Gutachten liege vor und werde jetzt in allen Einzelheiten geprüft.
Bei der Unterzeichnung des Hauptstadt-Finanzierungsvertrages Ende November vergangenen Jahres hat der Bund auf ein Koppelgeschäft bestanden. Danach erklärte sich Berlin bereit, dem Bund seine Anteile am Flughafen Tempelhof abzukaufen. Dem Bund gehören 83 Prozent des Gebäudes mit einer Nutzfläche von 290 000 Quadratmetern auf einer Länge von 1,2 Kilometern und 56 Prozent des 386 Hektar großen Geländes.
Zunächst habe das Land Rückfragen an die Gutachter, wie sie zu bestimmten Bewertungen gekommen seien, sagte Senatssprecher Meng. Zudem sei die Beseitigung eventueller Altlasten nicht berücksichtigt worden, die der Bund zu 90 Prozent trage. Dann müsse mit dem Bund über einen angemessenen Preis verhandelt werden, sagte der Sprecher des rot-roten Berliner Senats. 40 Millionen Euro halte er für viel zu hoch.
"Ob und wann Berlin Grundstücke in Tempelhof übernimmt, ist bis zum Abschluss der Verhandlungen offen", unterstrich Meng. "Wir müssen gar nichts. Wir wollen, wenn man sich auf einen angemessenen Preis einigt." Auch ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums äußerte sich nicht zu der Summe. Es sei verabredet, dass beide Seiten einige Wochen Zeit hätten, das Gutachten und seine Annahmen zu prüfen und zu kommentieren, sagte der Sprecher. Auf der Basis dieses eventuell veränderten Gutachtens begännen dann die Verhandlungen um den Kaufpreis. In diesem Jahr sei nicht mehr damit zu rechnen, so der Sprecher des Bundesfinanzministeriums.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte Ende 2007 erneut das Angebot des Bundes ausgeschlagen, den Betrieb auf dem Flughafen zu finanzieren, wenn Berlin den Airport bis zur Eröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens BBI in Berlin-Schönefeld offen lässt. Tempelhof ist am 30. Oktober endgültig geschlossen worden.
Ohne die Zusatzvereinbarung über den Flughafen Tempelhof hätte es auch keinen Vertrag über die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden in Höhe von 200 Millionen Euro und eine Erhöhung der Zuschüsse für Sicherheitsmaßnahmen von 22 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro gegeben, erklärte Wowereit ein paar Tage später. Diese beiden Zusagen sind die wesentlichen Bestandteile des Hauptstadtvertrages, um die monatelang gerungen worden ist. Der Regierende Bürgermeister wies allerdings darauf hin, dass die Vereinbarung "keine eigene gestalterische Rechtsqualität" habe. Wenn nach den Verhandlungen Berlin Tempelhof doch nicht übernehme, werde dadurch der Hauptstadt-Vertrag nicht ungültig. dpa
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / dpa (13.12.2008)

 

06.12.2008
• Die Demo fiel aus
Groß ist der Einsatz für einen weiteren Flugbetrieb in Tempelhof nicht mehr. Wie an den vergangenen Wochenenden hatte auch für gestern das Aktionsbündnis „be-4-tempelhof.de“ zu einer Demonstration gegen
die Schließung aufgerufen. Lediglich 30 Demonstranten waren zum Adenauerplatz gekommen, so dass die Demonstration, die zur Siegessäule führen sollte, abgesagt wurde. So standen dort die Tempelhof-Befürworter
mit ihren Plakaten – kaum beachtet von den Passanten.
PROTEST GEHT WEITER
Angesichts der geringen Resonanz auf den Aufruf warf der Mitinitiator Joachim Kiau den Berlinern vor, zu träge zu sein. Aber die Initiative will daran festhalten, an den kommenden Samstagen wieder zu demonstrieren. kt
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online (06.12.2008)


 

05.12.2008
• Musikfeuerwerk auf dem Tempelhofer Flugfeld
Die Berliner Immobilienmanagement Gesellschaft (BIM) hat nach der Schließung des Flughafens Tempelhof am 30. Oktober gestern den ersten großen Mietvertrag über die Nutzung des Flughafenfeldes abgeschlossen. Nutzer ist die EDDA Konzert und Theater Veranstaltungs GmbH mit Sitz in Wandlitz. EDDA wird vom 9. bis 11. Juli 2009 auf dem gesamten Flughafenfeld die "Pyromusikale, das weltgrößte Festival der Musikfeuerwerke" veranstalten. Zu der weltweiten Premiere des dreitägigen Festivals, das von Pyrokünstlern aus aller Welt inszeniert wird, erwartet EDDA-Geschäftsführer Hans-Georg Kehse 265 000 Zuschauern. In der Show werden nach Angaben der BIM sieben Feuerwerke mit Live-Begleitung des Neuen Sinfonieorchesters Berlin gezeigt. Darüber hinaus findet ein Internationaler Kompositionswettbewerb für Feuerwerksmusik statt.
Auch das Berlin-Logo "be berlin" wird als weltgrößtes Feuerbild zu sehen sein. Gezündet werden die größten Feuerwerkskörper, die in 600 bis 700 Metern Höhe ihren Glanz mit einem Durchmesser von einem halben Kilometer erstrahlen lassen. An keinem anderen Ort der Welt ließe sich so ein Festival veranstalten, sagte Kehse gestern. Der Flughafen Tempelhof sei dafür ein einmaliger Ort.
Der Vertrag zwischen BIM und EDDA läuft drei Jahre mit der Option, ihn um zwei Jahre zu verlängern. Das beweise, dass sich das Flughafengelände optimal für Großveranstaltungen anbiete, sagte BIM-Geschäftsführer Sven Lemiss. Die BIM als Tochtergesellschaft des Landes Berlin managt seit dem 1. November und im Auftrag
der Flughafeneigentümer Bund und Berlin den inzwischen geschlossenen Flughafen.
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (05.12.2008)

 

25.11.2008
• Senat wollte Tempelhof-Bilder verhindern
Das waren die Aufnahmen, die der Senat auf dem geschlossenen Flughafen Tempelhof offenbar verhindern wollte. Kurz vor dem Start der drei verbliebenen Maschinen entrollt Antonow-Pilot Henning Lueg ein Plakat mit der Aufschrift „Tempelhof wird bleiben“. Die letzten Starts auf der Anlage gerieten damit zum Protest gegen die umstrittene Schließung.
So hatte der Senat offenbar wenig unversucht gelassen, Aufnahmen zu verhindern. Das Rollfeld war für Journalisten und Kameraleute gesperrt. Eine Anweisung, die laute einem Zeitungsbericht aus dem Roten Rathaus gekommen sein soll. Und auch die Flugschule Tempelhof Aviators, Mieter auf dem Gelände, hat nach eigenen Angaben einen Anruf der landeseigenen Immobilien Management erhalten, wonach Medien sowohl auf dem Vorfeld, als auch an den Fenstern unerwünscht seien. Flugschulen-Betreiber Thomas Schüttoff hielt sich jedoch nicht an die Vorgaben zum „Foto- und Filmverbot“, wie er sagt.
Der kurze Proteste gibt zumindest jenen Auftrieb, die in den drei verbliebenen Flugzeugen eine Provokation gegen den Schließungsbeschluss gesehen hatten. Schlechtes Wetter, so hatten die Piloten argumentiert, hätte sie am letzten offiziellen Flugtag am Start gehindert. Schlecht war das Wetter tatsächlich, auch die Oberste Luftfahrtbehörde hatte die Position der auf Sicht fliegenden Piloten bestätigt. Dennoch blieb die Vermutung, hier sei eine Demonstration zumindest mitgedacht gewesen.
Eine „mutwillige Zerstörung der Infrastruktur, um die uns so viele Großstädte zurecht beneiden“, so denn auch die Pilotin der letzten Maschine, Viola Holtzmann. Sie hofft denn nach eigenen Angaben auch, dass ihre Beechcraft die erste sein wird, die wieder in Tempelhof landen kann.
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Umschau (25.11.2008)
Berliner Umschau

25.11.2008
• Tempelhof: Die allerletzten Maschinen sind gestartet
Nach mehr als drei Wochen war es gestern soweit: Um 12.11, 12.12 und 12.15 Uhr hoben die endgültig letzten Flugzeuge vom inzwischen geschlossenen Flughafen Tempelhof ab. Den zahlreichen Fotografen, Journalisten und Schaulustigen bot sich ein fast schon malerisches Bild, als die zwei historischen Doppeldecker des Typs Antonow II, der eine rot, der andere grün, ihre Motoren starteten und in Richtung Startbahn rollten. Pilot Rainer Pfau in der grünen Antonow II ging als erster an den Start, gefolgt von Henning Lueg im roten Doppeldecker.

Beide drehten nacheinander noch eine letzte Abschiedsrunde über Tempelhof, um dann Richtung Osten, der eine nach Strausberg, der andere nach Finow, abzudrehen. Der allerletzte Flieger folgte direkt danach. Am Steuer der Sportmaschine des Typs Beechcraft Bonanza saß eine Pilotin: Viola Holtzmann (44) hob zusammen mit ihrem Mann Detlef Bosin, ebenfalls Pilot, in ihrer Maschine um Punkt 12.15 Uhr in Tempelhof ab. Ihr Ziel war Schönhagen. Alle drei Flugzeuge hatten am Tag der Schließung des Flughafens, dem 30. Oktober, wegen schlechten Wetters nicht mehr starten können und mussten daraufhin eine Außenstartgenehmigung bei der Luftfahrtbehörde beantragen. Zunächst hatten sich die Flughafengesellschaft und auch der Senat quergestellt. Beide gingen davon aus, dass die Maschinen auf dem Landweg abtransportiert werden müssten. Doch letztlich erteilten sie die Starterlaubnis.

Bereits um zehn Uhr am Morgen hatte gestern der öffentliche Countdown zum Abflug der drei Flugzeuge begonnen. Noch am Vorabend hatte der Wetterbericht schlechte Flugbedingungen vorhergesagt, sodass erwogen wurde, den Abflug erneut zu verschieben. Doch die Bedingungen waren wider Erwarten gut und wurden immer besser. Sogar die Sonne ließ sich blicken und tauchte den Flughafen Tempelhof in freundliches Licht. Fotografen, Journalisten und Tempelhof-Freunde hatten sich um 10 Uhr in der Flugschule "Berlin Aviators" eingefunden. Dort bot sich ein idealer Blick aufs Vorfeld und die parkenden drei Maschinen.

Für Ärger hatte nach Angaben von Flugschul-Eigentümer Thomas Schüttoff zuvor ein Anruf der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) gesorgt. Die BIM habe als Vertreterin der Flughafeneigner Land Berlin und Bund das Fotografieren sowie den Aufenthalt von Journalisten in der Flugschule untersagt, sagte Schüttoff. Bei der BIM hieß es gestern dagegen, dass nur der Zugang auf das Vorfeld des Flughafens verboten worden war. Alles andere sei Mietersache gewesen. Um 11.45 Uhr war es soweit. Pilot Henning Lueg warf den Motor seines roten Doppeldeckers an, und nach einigen Fehlzündungen und dicken Abgasschwaden lief das Triebwerk rund. Die grüne Antonow II hatte etwas mehr Schwierigkeiten, doch nach einigen Minuten lief auch hier alles reibungslos. Um 5 Minuten vor 12 Uhr drehte sich dann auch der Propeller der Beechcraft, und alle drei Maschinen setzten sich unter dem Applaus der Schaulustigen in Bewegung.

Die Abflugveranstaltung war natürlich auch ein Bekenntnis für den Flughafen Tempelhof. Auf die Frage, was es ihr bedeute, als letzte den Flughafen zu verlassen, sagte Viola Holtzmann: "Es würde mir etwas bedeuten, wenn es nicht der letzte Flug wäre. Ich hoffe, dass der Groschen beim Senat noch fällt und er den Flughafen wieder öffnet. Dann wären wir gern die ersten. Das würde mir wirklich etwas bedeuten."
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / Katrin Schoelkopf (25.11.2008)


 

19.11.2008
• Tempelhof wird zur schwarzen Müllkippe
Sessel, Sofas, Betten, Schränke und sogar Müllbeutel mit vollen Babywindeln. Ein Spaziergang durch die Oderstraße entlang am Zaun des stillgelegten Flughafens Tempelhof gleicht dem auf einer Mülldeponie…
Alle paar Schritte stolpert man geradezu über Abfall und Sperrmüll. B.Z.-Reporter haben gezählt. In der knapp 500 Meter langen Straße in Neukölln stapeln sich Dutzende Müllsäcke, zwei kaputte Sessel, ein durchgesessenes Sofa, ein ausgedientes Bett, zwei defekte Fernseher, zwei Computer, eine komplette Couch-Garnitur, eine halbe Schrankwand, jede Menge Altmetall, Farbeimer und Renovierungsmüll.
„Und täglich wird es mehr“, klagt Anwohnerin Leonore Weber (63). Das Schlimmste daran ist jedoch, dass offenbar die Nachbarn selbst ihren Kiez zur illegalen Deponie verschandeln. Dem Ordnungsamt ist das Problem bekannt. Rund 50 Meldungen liefen beim Bürgertelefon im letzten Monat allein zum Müllproblem in der Oderstraße ein. „Wir schicken ständig die BSR“, so eine Mitarbeiterin.
„Aber ganz Neukölln ist vermüllt“. Weil viele Bewohner schlicht zu faul sind, ausgediente Möbel selbst an den kostenlosen Entsorgungsstellen abzugeben…
Link zum Artikel
Quelle: BZ (19.11.2008)

 

08.11.2008
• Protestmarsch für Flughafen Tempelhof
Gut eine Woche nach der Schließung des Flughafens Tempelhof hat das Aktionsbündnis "be-4-tempelhof.de" für heute zu einem "Trauer- und Protestmarsch gegen die Schließung" aufgerufen. Der Marsch beginnt um 15 Uhr am Platz der Luftbrücke und endet am Roten Rathaus.
Es sei unverständlich, dass der Flugbetrieb eingestellt wird, wo Tegel zu bersten droht und provisorisch ausgebaut werden muss, heißt es beim Bündnis.
Unterdessen teilte die Flughafengesellschaft mit, dass im Oktober 2,06 Millionen Passagiere an allen drei Flughäfen abgefertigt wurden. Das sind 5,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. In Tegel wurden 1,36 Millionen Passagiere abgefertigt (2,7 Prozent Zuwachs), in Schönefeld 658 918 (11,9 Prozent plus) und in Tempelhof 38 540 (6,7 Prozent plus). Damit konnten in den ersten neun Monaten 18,25 Millionen Fluggäste verzeichnet werden. "Die Fluggastzahlen in Berlin steigen weiter", sagt Flughafenchef Rainer Schwarz.
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (08.11.2008)

 

04.11.2008
• Gutachten für Tempelhof erneut verzögert
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte wird das Wertgutachten zur Ermittlung des Kaufpreises für den Flughafen Tempelhof erst Ende November vorlegen. Damit verzögern sich erneut die Kaufverhandlungen zwischen Berlin und Bund.
Wie berichtet, hatten beide als Flughafeneigner im November 2007 vereinbart, dass Berlin den Flughafen komplett übernimmt. Ursprünglich sollte der Kauf bereits vor der Schließung des Flughafens am 30. Oktober über die Bühne gehen. Doch die zuständige Senatsfinanzverwaltung beauftragte das Gutachten später als nötig. Es hieß dann von Seiten des Senats, das Gutachten als Basis für die Kaufverhandlungen liege bis zum 30. Oktober vor, dann wurde der Termin auf die erste Novemberwoche und nun auf Ende November verschoben. Bereits Anfang August hatte das Bundesfinanzministerium Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin aufgefordert, das Verfahren zu beschleunigen. Doch der sieht offenbar einen Vorteil für Berlin: Denn noch muss der Bund als Mehrheitseigner mit 820 000 von insgesamt monatlich 990 000 Euro das Gros der Unterhaltungskosten für das Gebäude tragen.
Indessen müssen die drei in Tempelhof verbliebenen Flugzeuge noch am Boden bleiben. Der Leiter der zuständigen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin Brandenburg, Wolfgang Fried, bestätigte gestern, dass von allen drei Piloten Anträge auf eine Außenstarterlaubnis vorliegen. "Die Anträge aber sind unvollständig. Es fehlt die notwendige Zustimmung der Flughafeneigentümer Bund und Berlin", sagte Fried. Diese müsste von den Piloten noch nachgereicht werden. Sofern diese Unterlagen vorliegen, braucht die Behörde "einen halben Tag" für eine Entscheidung. Wie die aber aussieht, weiß auch Fried noch nicht.
Schließlich hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angekündigt, wegen unzureichender Gründe einer Außenstarterlaubnis nicht zuzustimmen.
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (04.11.2008)

31.10.2008
• Verregnetes Ende einer Legende
Pfiffe und Buhrufe begleiteten die kitschige Abschiedsgala und die Rede vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Um Mitternacht gingen dann die Lichter auf Deutschlands bekanntestem Flughafen Berlin Tempelhof aus. Seine Zukunft ist ungewiss.

Berlin – Manch einer der Gäste muss sich die Ohren zuhalten. So laut und grell ist das Trillergepfeife. Der Weg zum Eingang der blau angeleuchteten Haupthalle des Flughafens Tempelhof - ein Spießrutenlauf. Mehrere hundert Demonstranten haben sich trotz Regens und Kälte versammelt und lassen ihre Wut raus: "Schämt Euch", schreit einer. "Das ist eine Sauerei hier", ein anderer. Das Volk auszusperren, sei unerhört. "Schande, Herr Wowereit über Sie und Ihre selbstherrliche Schließung" steht auf einem der Plakate.

Von "einer reinen Machtdemonstration von Klaus Wowereit" spricht Wolfgang Przewieslik. Er ist einer derjenigen, die gegen die Entwidmung des legendären Flughafens klagen. "Noch ist der Tempelhof ein Flughafen, ein geschlossener", sagt der 47-Jährige. Am 17. Dezember will das Oberverwaltungsgericht entscheiden. Falls notwendig, werde er alle Rechtsmittel ausschöpfen, sagt Przewieslik. Er hat sich eine gelbe Trillerpfeife umgehängt.

Ein paar Meter weiter, unter einem Zelt sortiert Ines Nagl Unterschriftenzettel. Sie und ihre Initiative "Be 4 Tempelhof" haben sich ein neues Volksbegehren ausgedacht. Es fordert unter anderem, den Tempelhof offen zu halten und vor allem als "Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen zu nutzen".

"Tempelhof soll zudem von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt werden", fordert sie. Und wieder ertönen im Hintergrund grelle Pfiffe, als Gäste ihren Weg zur blau angestrahlten Haupthalle des Flughafens suchen. Hier will man würdevoll Abschied feiern nach den Jahren der Auseinandersetzungen. Doch nicht alle 800 geladenen Gäste wollen das: Einige Tische in der noch einmal raus geputzten Haupthalle bleiben leer.

Und dann ist der Mann da, der draußen so viel Wut verursacht, weil er die Schließung von Tempelhof forciert hat: der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Berliner Flughäfen Klaus Wowereit. Blitzlichtgewitter.

"Bei aller Wehmut. Es ist richtig, dass der Flugbetrieb eingestellt wird", sagt er, als er auf der Bühne steht. Buhrufe. "Lügner", schreit einer. Vor ihm unten steht einer seiner Bodyguards, er hat einen Schirm in der Hand. Es könnte ja was fliegen, sicher ist sicher. Ein Flughafen gehöre nicht in die Stadt, fährt Wowereit fort. "Wir haben Glück gehabt, dass nichts passiert ist in den 85 Jahren. Wieder Buhrufe.

Man müsse nach vorne schauen, sagt der Regierende Bürgermeister. Das fällt schwer, denn Ideen gibt es viele: Von einer Bundesgartenschau ist die Rede, einem Park, Öko-Häuser. Ein weiterer Filmstandort wäre möglich, ein Museum für Luftfahrt. Konkret ist aber nichts.

Thomas Schüttoff ist einer der Störer. Er hat eine Flugschule in Tempelhof und ist erbost "über so viel Sturheit eines Einzelnen, der nun auch noch von Sicherheit spricht". Dabei sei Tempelhof in alle 85 Jahren unfallfrei geblieben. Sich alleine auf den zukünftigen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld zu verlassen, sei naiv. Privatjets, die bisher in Tempelhof landeten, und Linienverkehr "mische man nicht auf einem Flughafen."

Einziger Lichtblick für Schüttoff an diesem Abend: Andrej Hermelin und seine Swing Band. Die Musik sei das Beste an dieser Gala. Natürlich freut sich der 44-Jährige auch über die Worte des Bandleaders. Hermelin hält zu Anfang seines Auftritts fest: "Es ist kein Geheimnis, ich hätte mir eine andere Entscheidung gewünscht."

Die Gala-Stunden: Glanzvoll sollen sie sein. Kitschig und langatmig werden sie. Historische Filme werden gezeigt: Die Luftbrücke lebt noch mal auf. Ausschnitte aus Billy Wilders Film "Eins, zwei, drei" flimmern über die Leinwand. Marlene Dietrich als prominente Tempelhof-Fliegerin winkt von einem Foto.

Für Stimmung sollen ein Elvis- und ein Tina-Turner-Double sorgen – vergebens. Nur die Damen in der Garderobe tanzen ab und an im Takt. Und natürlich wird die Zukunft beschworen, Bilder der Großbaustelle des BBI gezeigt. Die größte Europas, wie es aus dem Lautsprecher tönt.

Überhaupt sagt Wowereit in eins der vielen Mikrofone, "in zehn Minuten mehr" sei man ja in Schönefeld. Das empfinden Petra und Mark Hertling als Hohn. Sie sind Passagiere der letzten Linienmaschine der Cirrus-Airline, einer Dornier 328, nach Mannheim. Die beiden tragen blaue T-Shirts mit der Aufschrift "Wer Legenden zerstört, vergisst die nächste Wahl." "Wir sind sehr traurig, mein erster Flug ging von Tempelhof, 1968 war das", sagt der 44-jährige Mark Hertling.

Um 22.17 Uhr mit 27 Minuten Verspätung heben die beiden dann vom ältesten Verkehrsflughafen der Welt ab. Die Flughafen Feuerwehr steht Spalier.

Die allerletzten Minuten von Tempelhof – eine Aneinanderreihung von Kitsch: Eine Posaune erklingt, zwei Flughafenfahnen werden eingeholt und zu der restaurierten JU 52 der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung und dem "Rosinenbomber" DC-3 gebracht.

"Time to say goodbye" erklingt es. Und da sind sie wieder: Pfiffe und Buhrufe. Gegner haben es bis auf das Vorfeld zu den Gala-Gästen geschafft. Sie rollen ein gelbes Transparent aus: "Tempelhof bleibt. Wowi fliegt."

Die Propeller gehen an, Motoren dröhnen, und der "Rosinenbomber" und die JU 52 rollen auf die Startbahn. Es ist neun Minuten vor Mitternacht, als die beiden Maschinen parallel abheben und hinter dem ausladendem Runddach von Tempelhof verschwinden. Einige Gäste wischen sich Tränen aus dem Gesicht, sie haben hier jahrzehntelang gearbeitet.

Dann gehen die Lichter aus - Stille. Tempelhof ist nach 85 Jahren Flugbetrieb Geschichte.

Draußen vor der Halle harren nur noch wenige Demonstranten aus. Sie haben Grablichter aufgestellt, ein Schild dazu gelegt. Darauf steht: "Tempelhof. Nie aufgeben".
Link zum Artikel
Quelle: Spiegel online / Christina Hebel (31.10.2008)


 

30.10.2008
• Tempelhof - Ein Trümmerhaufen
Berlin (ots) - Heute schließt Tempelhof.
Ein trauriger Tag für Berlin und Deutschland. Nicht so sehr wegen des eingestellten Flugbetriebs. Damit könnte man leben. Sondern wegen der übergeordneten Symbolkraft, die von diesem Akt politischer Willkür und Wurstigkeit ausgeht. Es ist ein Stilwechsel im Zeichen von Geschichtsvergessenheit und Wirtschaftsfeindlichkeit. Es ist ein Sinnbild für einen Führungsstil, in dem die Taktik über der Sache steht.
Tempelhof ist ein historischer Ort, ein politischer Ort und ein Zukunftsort. Hier wurde 1923 der erste Verkehrsflughafen der Welt gebaut, ein international bewundertes architektonisches Meisterwerk, oder wie Norman Foster es formulierte: "Die Mutter aller Flughäfen". Nach dem Krieg wurde Tempelhof zum Schauplatz der Luftbrücke - Überlebenshilfe für viele Berliner und Bollwerk für die Verteidigung der Freiheit. Die Amerikaner und Engländer hielten allem tagespolitischen Pragmatismus zum Trotz an Berlin als Stachel im Fleisch der sowjetischen Zone fest. Es ist wahrscheinlich, dass es ohne Luftbrücke Jahrzehnte später keine deutsche Wiedervereinigung gegeben hätte. Tempelhof steht aber nicht nur für Berlins Vergangenheit, Tempelhof hätte auch für seine Zukunft stehen können. Wirtschaftlich ist die Hauptstadt ein Armenhaus.
Aber einen Jahr um Jahr wichtiger werdenden Vorteil hatte Berlin und wurde darum von anderen Metropolen beneidet: einen innerstädtischen Flughafen, von dem in zehn Minuten alle großen Büros der Stadt zu erreichen sind. Andere Großstädte bauen sich mühsam diese zentralen City-Flughäfen, um für Investoren und Geschäftsleute attraktiv zu sein. Berlin hat einen solchen - und schließt ihn. Eine Entscheidung, die in wenigen Jahren schon bitter bereut werden wird. Denn das Fluggastaufkommen in Berlin wächst jährlich um acht Prozent (besonders schnell übrigens das für Tempelhof prädestinierte Geschäftsfliegervolumen). Denn jetzt schon ist absehbar, dass der neu zu bauende, innenstadtfern gelegene Großflughafen Schönefeld diese Kapazitätssteigerungen gar nicht bewältigen kann. Zudem gibt es für die Nutzung des Tempelhofgeländes keinerlei Konzept (und für weitere Wohn- oder Büroflächen in Berlin auch keinen Bedarf). Und die Unterhaltung des stillgelegten Flughafens kostet die Steuerzahler pro Jahr viel mehr Millionen als die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs.
Und obendrein hätte es einen Investor gegeben, der in den Ausbau des Flughafens und seine Erweiterung
um ein Klinikzentrum mehr als 300 Millionen Euro investiert und mehr als 1000 neue Arbeitsplätze in der von Arbeitslosigkeit geschlagenen Stadt geschaffen hätte. Stattdessen beharrte der Bürgermeister auf seiner frühen Fehlentscheidung, den Flughafen zu schließen, schob formaljuristische Argumente vor und mobilisierte den Ostteil der Stadt mit einer Sozialneid-Kampagne unter dem demagogischen Slogan:
"Ich zahl' doch nicht für einen VIP-Flughafen".
International wird diese Entwicklung verständnislos registriert. Verwundert fragt man sich anderswo: Warum schadet die deutsche Hauptstadt sich freiwillig, warum wuchert man nicht mit einem Pfund, das die Stadt als Unternehmensstandort und Magnet für Investoren interessant machen würde? Der Grund dafür ist einfach:
Es gibt in Berlin offensichtlich Politiker, die an einem wirtschaftlichen Aufschwung gar kein Interesse haben.
In keiner Großstadt Deutschlands gibt es so viele Sozialtransferempfänger wie in Berlin. Die rot-rote Regierung ist eine Umverteilungsmaschine und Garant für üppig sprudelnde Sozialleistungen an die Staatsabhängigen.
Die Transferempfänger sind des Bürgermeisters treueste Klientel. Deshalb lautet die zynische Berliner Rechnung: Jeder neue Arbeitsplatz kostet Wähler. Dass die Berliner Landesregierung die Flughafenentscheidung zur sozialpopulistischen Stimmungsmache missbraucht, ist traurig, aber erklärbar. Der eigentliche Skandal besteht aber darin, dass die Bundesregierung das geschehen lässt. Mit einem Federstrich hätte das Projekt in die Zuständigkeit des Kanzleramtes überführt werden können. Die Bundesregierung hätte zeigen können, dass ihrem oft proklamierten Sinn für Geschichte, für Symbole und für Aufschwung auch Taten folgen können.
Doch das war ihr im gegenwärtigen christsozialistischen Großkuschelklima wohl zu riskant. Den ersten Passagierflughafen der Welt konnten weder Nazis noch Kommunisten erledigen.
Eine Koalition aus Mittelmaß und Mutlosigkeit hat es jetzt geschafft.
Der Trümmerhaufen Tempelhof reicht weit über die Grenzen der Landebahn hinaus.
Link zum Artikel
Quelle: Presseportal / Berliner Morgenpost, Chef vom Dienst (30.10.2008)
 

29.10.2008
• Letzter Protest zum Abschied von Tempelhof
Klaus Wowereit wollte es nicht. Das steht fest. Berlins Regierender Bürgermeister, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist, lehnte eine Veranstaltung zum Abschied vom Flughafen Tempelhof für alle Berliner ab. "Eine Jubelveranstaltung" für alle würde von den "Flugbetriebsbefürwortern" als "zynisch" empfunden, lautete die Begründung aus der Senatskanzlei.
Gewiss lehnen auch "Flugbetriebsbefürworter" eine "Jubelveranstaltung" ab, einen würdigen öffentlichen Abschied aber können sie sich durchaus vorstellen. Einen letzten Versuch von Seiten der CDU, doch noch der "Berliner Bevölkerung eine angemessene Gelegenheit zu geben, sich in großer Zahl öffentlich, würdig und kostenlos von der ,Mutter aller Flughäfen' zu verabschieden", lehnte das Abgeordnetenhaus mit den Stimmen von SPD und Linke ab. Umso verärgerter reagieren die Tempelhof-Freunde nun auf die für morgen Abend geplante Abschiedsgala (20 bis 0.30 Uhr), die für 800 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Haupthalle des Flughafens Tempelhof vorbereitet wird. Mit dabei soll auch Wowereit sein.
Veranstalter ist die Flughafengesellschaft, die ursprünglich eine Abschiedsveranstaltung für alle Berliner im Sinn hatte, von Wowereit aber ausgebremst wurde und in der exklusiven Party nun den Kompromiss sah. Mangels finanzieller Unterstützung vom Senat entschloss sie sich, Sponsoren für die Finanzierung zu suchen. Formulierungen zur Sponsoring-Werbung wie "Der Betrieb auf dem geschichtsträchtigen Flughafen wird am 30.Oktober mit einer spektakulären Veranstaltung eingestellt" und geschnürte Sponsoring-Pakete mit dem Namen Platinum, Gold, Silber und Bronze für den Preis von 45 000, 12 500, 9000 und 6500 Euro, sorgten bei den "Flugbetriebsbefürwortern", darunter auch Vertretern von CDU und FDP, für Empörung.
"Ich habe eine Einladung zur Party, werde aber nicht hingehen", sagt der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Klaus-Peter von Lüdeke. "Würdelos und nicht zufriedenstellend" findet es von Lüdeke, dass der Senat nichts für die Öffentlichkeit anbietet. "Vielleicht werde ich an der Demonstration am Luftbrücken-Denkmal teilnehmen."
Die CDU ist da bereits entschlossener. "Wir werden uns am Donnerstag draußen versammeln. Der Landesverband wird zur Beteiligung an der Demo aufrufen. Das wird eine große Veranstaltung", sagt Rainer Ueckert, Verkehrsexperte der CDU-Fraktion. Der Senat wäre gut beraten gewesen, wenn er etwas für alle Berliner auf die Beine gestellt hätte.
Veranstaltet wird die Demonstration am 30. Oktober, die sich gegen die "VIP-Party" und die Schließung richtet, von dem Aktionsbündnis "be-4-Tempelhof.de". Aufgerufen wird zu einem Protest mit Lichterkette am Platz der Luftbrücke. Beginn 18 Uhr, Ende 24 Uhr. Taschenlampen und Kerzen sind mitzubringen. Das Aktionsbündnis wurde Anfang dieses Jahres gegründet und setzt sich aus den Einzelinitiativen "Pro Tempelhof", "Tempelhof soll Weltkulturerbe werden" und "SPD-Wähler für den Flughafen Tempelhof" zusammen. Das Bündnis sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt als Denkmal und Flughafen mit eingeschränktem Flugbetrieb. Unterstützt wird die Protestveranstaltung auch von einer Gruppe von Berlinern um den Verantwortlichen des Internet-Newsletters "Das Thema Tempelhof", Wolfgang Przewieslik. "Die Party halten wir für eine unanständige Veranstaltung", so Przewieslik. "Hier wird eine wichtige Infrastruktur ohne sachliche Begründung geschlossen, und die Flughafengesellschaft und ihr Aufsichtsratchef Wowereit laden zur Feier."
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / Katrin Schoelkopf (29.10.2008)



 

24.10.2008
• Tempelhof: Strafanzeige gegen Wowereit
Eine Gruppe von zehn Berlinern hat gestern Strafanzeige gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei der Staatsanwaltschaft Berlin eingereicht.
Die Gruppe, die sich nach eigenen Angaben aus Luftverkehrsfachleuten, Piloten, Rechtsanwälten und Marketing-Fachleuten zusammensetzt, wirft dem Regierenden Bürgermeister Untreue im Zusammenhang mit der Schließung des Flughafens Tempelhof vor. Zu der Gruppe gehört auch Wolfgang Przewieslik, dessen Klage gegen die Entwidmung des Flughafens noch beim Oberverwaltungsgericht anhängig ist.
Przewieslik gibt überdies den Internet-Newsletter "Das Thema Tempelhof" heraus. In der Strafanzeige heißt es: "Wir beschuldigen den Regierenden Bürgermeister auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft, durch seine Einflussnahme auf die Schließung des Flughafens Tempelhof eine Belastung des Landes Berlin von voraussichtlich zwölf Millionen Euro jährlich ohne äußere Not verursacht zu haben." Gemeint sind die Betriebskosten, die Berlin nach Schließung und der Übernahme der Bundesanteile zu tragen hat.
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (24.10.2008)

 

24.10.2008
• Letzter Aufruf
Noch 7 Tage bis zur Schließung des Flughafens Abschiedsparty wird von Protestdemo begleitet
Die umstrittene Fete der Betreibergesellschaft bleibt am 30. Oktober die einzige Abschiedsparty zur Einstellung des Flugbetriebs am Flughafen Tempelhof. Nachdem der Senat die auch von CDU und FDP geforderte öffentliche Veranstaltung abgelehnt hat, planen auch die Schließungsgegner keine eigene Trauerfeier. Dagegen haben Tempelhof-Befürworter zu einer Demonstration vor der am Donnerstagabend für das Publikum gesperrten Haupthalle aufgerufen.
An der Schließungsparty der Flughafengesellschaft, die um 20 Uhr beginnt, werden 800 geladene Gäste teilnehmen, darunter auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der alle Bemühungen für einen privatwirtschaftlich organisierten Weiterbetrieb des City-Airports abgelehnt hatte. Es gibt ein Programm rund um die Geschichte des Airports. Um 21.50 Uhr hebt eine Maschine der Cirrus Airlines zum längst ausgebuchten letzten Linienflug nach Mannheim ab. Nach dem offiziellen Schließungsakt kurz vor Mitternacht werden die nach dem Flughafen benannte Ju 52 der Lufthansa Berlin-Stiftung und der Rosinenbomber vom Air Service Berlin als letzte Maschinen Richtung Schönefeld starten.
Das von mehreren Bürgern gegründete Aktionsbündnis „Be-4-Tempelhof“ hat ab 18 Uhr zur Teilnahme an einer Protestdemonstration mit Lichterkette am Platz der Luftbrücke aufgerufen. Daran wollen sich zahlreiche Freunde des Zentralflughafens beteiligen. Die geplante Vip-Party der „Totengräber des Flughafens Tempelhof“ sei „eine besondere Frechheit, Geschmacklosigkeit, Taktlosigkeit und Pietätlosigkeit“, sagte Mitinitiator Michael Paul. „Be-4-Tempelhof“ hat ein neues Bürgerbegehren auf Bezirksebene gestartet, wonach der Flughafen zum Weltkulturerbe erklärt und weiter für Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflüge genutzt werden soll.
Die Fachinformation „Das Thema Tempelhof“ hat Wowereit unter Hinweis auf die prominenten Tempelhof-Befürworter von Udo Lindenberg bis Richard von Weizsäcker erneut aufgefordert, den City-Airport mindestens bis zur Inbetriebnahme des neuen Flughafens BBI in Schönefeld offen zu lassen. Herausgeber Wolfgang Przewieslik klagt als Anwohner ebenso wie die mit ihrem Bürgerbegehren knapp gescheiterte „Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof“ gegen die Entwidmung des Geländes als Flughafen. Das Oberverwaltungsgericht hat die Verhandlung jetzt auf den 17. Dezember terminiert. Rainer W. During
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online / von Rainer W. During (24.10.2008)



11.10.2008

• Tempelhof-Gelände kostet 1 Million Euro im Monat
Wenn am 30. Oktober der letzte Flieger vom Flughafen Tempelhof abhebt und der Flugbetrieb eingestellt wird, gehen die Kosten für die Bewirtschaft des Flughafengeländes mit seinem gigantischen Gebäudekomplex von der Berliner Flughafengesellschaft auf den Steuerzahler über.
Als Flughafeneigner sind der Bund (83 Prozent am Gebäude und 52,56 Prozent an der Freifläche) und das Land Berlin (17 und 47,44 Prozent) in der Pflicht. Bei den Kosten handelt es sich nicht um "Peanuts", und längst ist klar, dass sie höher sein werden als bei Erhalt des Flugverkehrs. In einer Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Karl Diller, vom Donnerstag und auf Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Markus Löning, heißt es, dass die Fortführung des Flugverkehrs die wirtschaftlichste Variante sei. Wie ebenfalls aus der Antwort Dillers hervorgeht, muss allein der Bund nach der Schließung 990 000 Euro monatlich für die Bewirtschaftungskosten - Wachschutz, Heizung, Bauunterhaltung - aufbringen.
Das sind jährlich knapp 11,9 Millionen Euro. Kosten, die das Land Berlin nach dem geplanten Kauf der Bundesanteile am Flughafen zusätzlich zum noch zu vereinbarenden Kaufpreis in Gänze übernehmen muss. Ursprünglich sollte der Verkauf bis zur Schließung Tempelhofs am 30. Oktober unter Dach und Fach sein.
Doch das von Berlin und Bund beauftragte Wertgutachten wird nun erst Anfang November vorliegen.
Es dient als Grundlage für die Kaufverhandlungen. Angesichts der Verzögerung und der verschleppten Nachnutzungsplanung wirft der FDP-Politiker Löning dem Senat "stümperhaftes Vorgehen" vor.
"Seit zwölf Jahren weiß der Senat, dass der Flughafen geschlossen werden soll. Hätte er damals
mit der Planung für die Zeit nach Ende des Flugbetriebs begonnen, könnte es jetzt mit der Nachnutzung losgehen", sagt Löning.
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / Katrin Schoelkopf (11.10.2008)


 

06.10.2008
• Ganz Tempelhof soll Baudenkmal werden
Nachdem der Volksentscheid für die Erhaltung des Flughafens Tempelhof scheiterte, ist nun ein weiteres Bürgerbegehren gestartet. Ein Aktionsbündnis will den weltweit ersten Verkehrsflughafen als Baudenkmal erhalten.

Das Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de hat am Montag ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Flughafens Tempelhof als Baudenkmal begonnen. Längerfristiges Ziel sei die Aufnahme der Gesamtanlage in die UNESCO-Welterbeliste, erklärten die Initiatoren. Ein Volksentscheid auf Landesebene über den Weiterbetrieb des Verkehrsflughafens war am 27. April gescheitert, da nicht genügend Menschen an der Abstimmung teilnahmen. Der Flugbetrieb in Tempelhof wird am 31. Oktober um 0:00 Uhr eingestellt.
Das Bürgerbegehren richtet sich an den Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Das Aktionsbündnis fordert unter anderem, den Komplex als ein "Denkmal von nationalem und internationalem Rang" dauerhaft zu erhalten und zu schützen. Der bestehende Denkmalschutz für Gebäude und Vorfeld soll auf Freiflächen, Roll- und Startbahnen mit Schutzstreifen sowie Betriebsflächen ausgedehnt werden. Der Bezirk wird zudem aufgefordert, sich bei Senat und Bundesregierung für eine zukünftig schwerpunktmäßige Nutzung Tempelhofs als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen einzusetzen.
Der Flughafen Tempelhof ging 1923 als weltweit erster Verkehrsflughafen in Betrieb. Der heutige fast 1,3 Kilometer lange Hallenzug wurde 1934 während der NS-Diktatur vom Architekten Ernst Sagebiel entworfen. Er galt damals als das flächenmäßig größte Gebäude der Welt. Die 1936 begonnen Bauarbeiten wurden vom Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 beeinträchtigt. Bis Kriegsende 1945 konnte das Gebäude nicht ganz fertig gestellt werden.
Damit das Bürgerbegehren zustande kommt, müssen innerhalb von sechs Monaten mindestens drei Prozent der zum Bezirksparlament Wahlberechtigten die Unterstützerlisten unterschreiben. Die Listen liegen in Kiosken und Restaurants in Tempelhof-Schöneberg aus. In den kommenden Wochen werden auch auf den Straßen des Bezirks Unterschriften gesammelt. (jar/ddp)
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online / von Klaus Kurjupeit (06.10.2008)

 

06.10.2008
• Neues Bürgerbegehren für Tempelhof gestartet
Berlin (dpa/bb) - Knapp ein halbes Jahr nach dem gescheiterten Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens Tempelhof hat ein Aktionsbündnis einen neuen Anlauf für ein Bürgerbegehren genommen. Allerdings zielt das neue Bürgerbegehren nicht auf den Weiterbetrieb des Flugverkehrs, sondern auf den Erhalt des Flughafens als Denkmal, wie das Aktionsbündnis www.be-4-tempelhof.de am Montag mitteilte. Das langfristige Ziel des Bürgerbegehrens, für das bereits erste Stimmen gesammelt wurden, ist die Anerkennung Tempelhofs als Weltkulturerbe. Der bestehende Denkmalschutz für das Gebäude soll ausgedehnt sowie Tempelhof als Ausweichflughafen erhalten werden.
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / ddp (06.10.2008)


 

01.10.2008
Tempelhof: Wertgutachten verspätet sich
Das Wertgutachten zur Ermittlung des Kaufpreises für den Flughafen Tempelhof wird der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der ersten Novemberwoche, frühestens am 3. November, vorlegen.
Das geht aus einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Karl Diller, auf Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Wegner hervor. Damit verspätet sich das Gutachten erneut, denn zuletzt nannte der Senat den 30. Oktober als spätesten Termin.
Wie berichtet, hatten Berlin und der Bund als Flughafeneigner im November 2007 vereinbart, dass Berlin den Flughafen in Gänze übernimmt. Der Bund hatte darauf gedrungen, da Berlin sich geweigert hatte, den Flugbetrieb weiterzuführen, und damit die Vermarktungschancen verringerte. Der Kauf sollte eigentlich bis zur Schließung des Flughafens am 30. Oktober erfolgen. Jetzt geht der Bund von 2009 aus. Die Höhe des Kaufpreises ist noch unklar. Vonseiten des Bundesfinanzministers heißt es aber bereits: "Die Veräußerung erfolgt zum vollen Wert im Sinn der Bundeshaushaltsordnung."
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (01.10.2008)

 

30.09.2008
Der Flughafen Tempelhof heißt jetzt
In einer feierlichen Gedenkveranstaltung anlässlich des 55 Todestages von Ernst Reuter am 29. September 1953 gedachte das Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de des bedeutendsten Regierenden Bürgermeisters von Berlin.
Unter dem Motto "Schaut auf diese Stadt" erinnerte Volker Perplies vom Aktionsbündnis vor dem Luftbrückendenkmal an die herausragenden Verdienste Ernst Reuters, der mit seinem Aufruf an die "Völker der Welt" den Lauf der Weltgeschichte geändert hat. Ernst Reuter, der den kommunistischen Terror Stalins, aber
auch den des Nationalsozialismus persönlich erlebt hatte, wusste, was es 1948 mit der Luftbrücke zu verteidigen galt. Als er 1953 starb, stellten die Berliner spontan Kerzen in ihre Fenster, über 200.000 Menschen begleiteten den Trauerzug.
Die Redner des Aktionsbündnisses kritisierten in diesem Zusammenhang das Demokratieverständnis des Berliner Senats. Als Bürgermeister fragte sich Ernst Reuter täglich, wie er die Lebensverhältnisse der Berliner verbessern könnte. Im Senat sammelt die Herren Wowereit, Wolf und Sarrazin eher Aufsichtsratsmandate an und drücken die Interessen dieser Unternehmen auch gerne zu Lasten der Allgemeinheit durch. Wenn das Volk dann aufbegehrt, werden Volks-und Bürgerbegehren nach Kräften behindert, für unzulässig erklärt und "zurechtgesteuert".
Im Ergebnis ist Berlin eine industriefreie, aber ansonsten Hauptstadt der Harz IV Empfänger geworden.
"Nehmt endlich Eure Verantwortung vor den Menschen, ihren Problemen aber auch vor der Welt war",
so Perplies auf der Veranstaltung.
Zu Ehren des verstorbenen Bürgermeisters, der wie kein anderer mit der Luftbrücke und dem Flughafen Tempelhof verbunden ist, soll der Flughafen daher zukünftig den Beinamen "Ernst Reuter" tragen.
Mit der Luftbrücke 1948/49 endete der zweite Weltkrieg wirklich und wurde der Grundstein für ein neues freiheitliches Deutschland und Europa gelegt. Hier wurde Weltgeschichte geschrieben, Tempelhof ist ein
Denkmal von nationalem und internationalem Rang, das es zu erhalten gilt, und das auf die UNESCO Welterbeliste gehört. In diesem Zusammenhang gab das Aktionsbündnis den Startschuss für einen neuen Bürgerentscheid im Bezirk Tempelhof Schöneberg, der den denkmalgerechten Erhalt und ein Bebauungsverbot für den Flughafen zum Inhalt hat.
Link zum Artikel
Quelle: DailyNet / Verantw. Volker Perplies (30.09.2008)

 

20.09.2008
Letzter Abflug von Tempelhof wird ausgelost
Die letzten beiden Starts vom traditionsreichen innerstädtischen Flughafen Tempelhof sind zwei historischen Maschinen vorbehalten. Am 30. Oktober um 23.55 Uhr dürfen ein "Rosinenbomber" vom Typ Douglas DC 3 und eine Junkers JU 52 in Richtung Schönefeld abheben. Die Oberste Luftfahrt- und Luftsicherheitsbehörde erteilte gestern der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung (DLSB) und der Air Berlin Service GmbH die Genehmigung für die Nostalgieflüge.
Der Flugbetrieb auf dem 1923 eröffneten Airport wird nach einem Beschluss des Senats kurz darauf um 0 Uhr offiziell eingestellt.
Die Luftfahrtbehörde habe zu Gunsten der Antragsteller entschieden, da die Einmaligkeit des Ereignisses höher als die Lärmbelastung der Anwohner zu bewerteten sei. Nach den gültigen Betriebsbeschränkungen für den Flughafen Berlin-Tempelhof findet der Flugbetrieb bis 22 Uhr statt. Der letzte reguläre Flug ist um 21.50 Uhr mit Cirrus-Airlines nach Mannheim geplant. Eine Landung der JU 52 um 22.15 Uhr wurde ebenfalls erlaubt. Welche der beiden Maschinen tatsächlich zuletzt von dem Flughafen startet, wird am 30. Oktober 2008 per Losverfahren zwischen den beiden Luftfahrt-Legenden entschieden.
Die JU 52 der DLSB ist das einzige weltweit noch zugelassene und regelmäßig betriebene Verkehrsflugzeug dieses Typs. Seit der Wiedervereinigung sind 10 000 Gäste bei Rundflügen mit der Maschine geflogen. Die DC 3 ist als sogenannter Rosinenbomber in die Geschichte der Stadt eingegangen. Mit dieser Maschine wurden während der Berlin-Blockade vor 60 Jahren Tausende Tonnen lebensnotwendige Güter für die Berliner Bürger transportiert. ddp
Link zum Artikel
Quelle: Welt online / ddp (20.09.2008)

 

07.09.2008
Berliner Luftverkehr wächst trotz hoher Kerosinpreise (nur auszugsweise)
Mit der Aufnahme des Berlin-Peking-Fluges durch Hainan Airlines hat Berlin nun eine achte Interkontinentalverbindung. Doch steigende Kerosinpreise bremsen weltweit das Verkehrswachstum. Das gelte jedoch nicht für Berlin, sagt Flughafenchef Rainer Schwarz im Gespräch mit Morgenpost Online.

Morgenpost Online: Herr Schwarz, wir haben jetzt acht Langestrecken. Sie wollen aber zur Eröffnung des neuen Flughafens BBI 2011 mit zwölf Interkontinentalverbindungen starten. Welche ist die nächste?

Rainer Schwarz: Lassen Sie uns nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Zunächst einmal sind wir stolz auf den Peking-Flug. Nicht nur, weil Berlin darauf fünf Jahre gewartet hat, sondern weil wir der einzige Flughafen in Europa sind, wo eine Langstrecke an einem Flughafen, der nicht wie München oder Frankfurt Drehkreuz ist, eröffnet wird. In Zeiten der hohen Kerosinpreise ist das eine ganz vorzeigbare Geschichte. Der Peking-Flug ist auch eine Konsequenz unserer Strategie, den BBI als Gateway Richtung Osten, Richtung Asien zu platzieren. Vor zwei Jahren eröffneten wir die Strecke nach Doha, vor einem Jahr nach Bangkok und nun Peking. Richtig Früchte wird unsere Strategie mit dem BBI tragen. Denn dann besteht erstmals die Möglichkeit, Umsteigeverkehr anzuziehen.
...
Morgenpost Online: Bei dem stetigen überproportionalen Wachstum fragen sich Experten und auch die Industrie- und Handelskammer, ob der neue Hauptstadtflughafen BBI überhaupt ausreichende Kapazitäten für die nächsten Jahre bietet. Die Start- und Landebahnen sind für 360.000 Starts und Landungen zugelassen, derzeit haben wir schon 252.000 im Jahr…
Schwarz: Da haben wir keine Sorge, die Kapazität des BBI reicht für die nächsten Jahrzehnte. Wir starten mit 22 bis 25 Millionen Passagieren zur Eröffnung, wobei es wohl eher 25 Millionen werden. Doch das Wachstum von Passagierzahlen und Flugbewegungszahlen ist nicht gleich. Die Passagierzahlen wachsen prozentual im Vergleich um das Doppelte der Flugbewegungszahlen. Außerdem werden die vielen kleinen Sichtflieger nicht mehr auf dem BBI, sondern in Schönhagen und anderen kleinen Flughäfen in der Umgebung landen und starten. Insofern gewinnen wir damit Kapazitäten.
...
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (07.09.2008)

 

02.09.2008
Wowereit wehrt sich juristisch gegen Vorwurf der «Machtkorruption»
Berlin (ddp-bln). Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) geht juristisch gegen ein Volksbegehren zu seiner Abwahl vor. Er habe von einer Anwaltskanzlei eine entsprechende Unterlassungsaufforderung erhalten, teilte der Betreiber der Internetseite abwahl-wowereit.de und Vorsitzende der Bürgerinitiative Be-4-Tempelhof e.V., Stefan Dudzus, am Donnerstag mit. Der Regierungschef sehe sich demnach durch den Inhalt der Webseite, insbesondere den Vorwurf der «Machtkorruption», in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt.
Die Initiative werfe Wowereit «keine strafbare Korruption vor, aber die Grenzen zwischen strafbarer und nicht strafbarer Korruption sind bekanntlich fließend», betonte Dudzus. Die Befürworter des Flughafens Tempelhof sehen Wowereit in einem Interessenkonflikt. Aus ihrer Sicht könne er als Aufsichtsratschef der Flughafen Schönefeld GmbH die Interessen Berlins und seiner Bürger nicht unvoreingenommen wahrnehmen, wie es sein Amt als Regierungschef gebiete. Der Airport Tempelhof soll auf Drängen des rot-roten Senats unter Führung Wowereits Ende Oktober geschlossen werden, um den geplanten Großflughafen BBI in Schönefeld rechtlich nicht zu gefährden.
Link zum Artikel
Quelle: ddp, der Deutsche Depeschendienst (02.09.2008)
++derNewsticker.de++
 

29.08.2008
Entwidmung von Tempelhof: Senat verfehlt Ziel
Der Flughafen Tempelhof bleibt trotz Schließung zunächst als Flughafenanlage bestehen. Das ist das Ergebnis eines gestrigen Erörterungstermins beim Oberverwaltungsgericht. Das Gericht wird voraussichtlich erst im Dezember die beiden Klagen gegen den vom Senat erlassenen Entwidmungsbescheid verhandeln, da sich die Kläger gestern weigerten, ihre Klagen zurückzuziehen.
Damit hat der Senat sein Ziel, die Planfeststellung des Flughafens zum Zeitpunkt der Schließung am 30. Oktober aufzuheben, nicht erreicht. Denn solange die Klagen anhängig sind, erlangt der Bescheid keine Bestandkraft, bleibt das Flughafengelände als Flughafenanlage, wenn auch stillgelegte, bestehen und könnte als solche wieder betrieben werden.
Kläger sind die Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (Icat), die auch das Volksbegehren für Tempelhof initiierte, sowie ein Privatmann. Die Klagebegründungen beider Parteien sind verschieden. Die Icat wirft dem Senat vor, dass er mit der 2007 verfügten Entwidmung das Recht auf Volksbegehren aushebelte. Denn zu diesem Zeitpunkt lief das Volksbegehren für den Erhalt des Flughafens. Der Einzelkläger dagegen klagt gegen die Entwidmung von Tempelhof, weil er der Ansicht ist, dass Berlin und Brandenburg mit dem Hauptstadtflughafen BBI keine ausreichende Landebahnkapazität haben werden, um den Luftverkehr in der Region abdecken zu können.
Link zum Artikel
Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (29.08.2008)

 

25.08.2008
Senat will Internationale Gartenschau in Tempelhof
City-Flughafen soll 2017 Ausrichtungsort der Blumenmesse sein - Entscheidung fällt im Herbst

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat jetzt ihren Planungs-Zeitplan für die künftige Nutzung des Flughafens Tempelhof nach seiner Schließung vorgelegt. So soll Ende August der städtebauliche Wettbewerb für das Columbia-Quartier, eines von drei geplanten Wohnquartieren am Rande des Tempelhofer Feldes EU-weit bekannt gemacht werden.
In den nächsten Wochen soll darüber hinaus ein Interessenbekundungsverfahren für das Flughafengebäude im Internet starten. Auf diesem Wege verspricht sich der Senat weltweit Ideen, Konzeptionen, Investoren und Finanzierungsmodelle für das denkmalgeschützte und mit 300 000 Quadratmeter Nutzfläche riesige Gebäude. Darüber hinaus wird Senatsbaudirektorin Regula Lüscher noch in diesem Jahr die Konzeption einer Internationalen Bauausstellung (Iba) für das Jahr 2017 auf dem Flughafengelände vorstellen. Die Idee für eine Iba hatte Lüscher bereits vor einem Jahr präsentiert, weil sich mit dem Instrument Bausstellung Fragen des generationsübergreifenden Wohnens, des Klimaschutzes und der Ökologie innovativ und damit modellhaft beantworten ließen.
Ebenfalls geplant für 2017 ist eine Internationale Gartenbauausstellung (Iga). Das letzte Wort dazu ist angesichts der hohen Kosten aber noch nicht gesprochen. "Der Senat wird im Herbst darüber entscheiden", sagte Manuela Damianakis, Sprecherin von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).
Im November jedenfalls soll ein Ideenwettbewerb zur Gestaltung der Parklandschaft starten. Die Entscheidung des Senats für oder gegen eine Iga werde darin einfließen, so Damianakis. Die Bewerbung für die Iga - sollte der Senat zustimmen - ist gegen Ende dieses Jahres geplant. Eine Bewerbung Berlins für das Jahr 2017 bietet sich an, weil die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) im vergangenen Jahr der Bodensee-Region die Option für die Iga 2017 entzogen hat. Grundlage für die Tempelhof-Planungen bildet das von Junge-Reyer im März vorgestellte Konzept. Danach ist für das 386 Hektar große Flughafengelände ein 220 Hektar großer Park in der Mitte des Areals geplant. An den Rändern sind drei Stadtquartiere mit Tausenden Wohnungen und Arbeitsplätzen vorgesehen. Das Gebäude soll zur neuen Berliner Adresse für Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft werden. Der Senat beschloss Mitte April die Änderung des Flächennutzungsplan und Landschaftsprogramms, um die planerische Grundlage für diese Entwicklung zu sichern.
Die Bürgerbeteiligung beginnt am nächsten Montag, dem 1. September. Die Pläne sind bis zum 6. Oktober
in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Am Köllnischen Park 3, in Mitte ausgelegt.

Link zum Artikel
Quelle: Welt online von Katrin Schoelkopf (25.08.2008)

 

21.08.2008
Es gibt keine Abschiedsparty für Tempelhof
Eine Abschiedsparty oder sonstige Veranstaltung anlässlich der Schließung des legendären Flughafens Tempelhof wird es für die Bevölkerung nicht geben. Wenn am 30. Oktober um 23.59 Uhr der Flugbetrieb endgültig eingestellt wird, bleibt die Öffentlichkeit außen vor. Stattdessen wird von der Flughafengesellschaft ein Empfang für Mitarbeiter und Geschäftspartner, Beginn 17.30 Uhr, ausgerichtet.
Ob der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) daran teilnimmt, war gestern noch nicht klar. "Eine öffentliche Veranstaltung gibt es nicht", sagte gestern Senatssprecher Richard Meng. Eine "Jubelveranstaltung sei den Flugbetriebsbefürwortern gegenüber zynisch". Der Schließungstag sei das "falsche Datum zum Feiern". Im Frühjahr dagegen könne sich der Senat vorstellen, dass Gelände für die Öffentlichkeit zu öffnen. Nach Informationen des Vorsitzenden der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (Icat), Andreas Peter, hatte ein privater Veranstalter "eine Riesenparty" geplant, woran sich auch die Flughafengesellschaft beteiligt hätte. Doch dies sei durch Intervention des Regierenden Bürgermeisters verhindert worden.
Der Verzicht auf eine würdige Abschiedsveranstaltung kommt selbst bei der Regierungsfraktion, die Linke, nicht gut an. Deren parlamentarischer Geschäftsführer, Uwe Doehring, sagte gestern: "Der breiten Öffentlichkeit muss Gelegenheit gegeben werden, würdig Abschied zu nehmen. Schließlich hatte der Flughafen für den Westteil der Stadt eine große Bedeutung." In Anspielung auf die Haltung des Senats sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Rainer Ueckert: "Zynisch ist es, wenn man nichts macht." Das Verhalten des Senats sei angesichts der Historie und des Endes des mehr als 85- Jahre alten Flughafens beschämend."
Auch die Fraktionschefin der Grünen, Franziska Eichstädt-Bohlig, findet das Verhalten des Senats "unsouverän". Der Senat müsse, wenn er eine Veranstaltung zum Schließungstermin nicht hinkriege, auf jeden Fall dafür sorgen, dass das dann stillgelegte Flughafengelände "gesellschaftlich angeeignet" werden könne. "Die Zukunftspläne müssen sichtbar werden", so Eichstädt-Bohlig. Senatssprecher Meng sagte, dass dies von den Verhandlungen mit dem Bund über die Übernahme der Bundesanteile des Flughafens durch Berlin abhänge. "Wir haben das Interesse, schnell mit dem Bund klar zu kommen."
Link zum Artikel
Quelle: Welt online von Katrin Schoelkopf (25.08.2008)

 

05.08.2008
• Skandal am Flughafen Tegel: Starten und Landen auf Blindgängern und scharfer Munition

Es ist unglaublich, aber unter dem zivilen Teil des Flughafens Tegel sollen möglicherweise noch hochexplosive Sprengsätze aus dem Zweiten Weltkrieg liegen, genau in dem Bereich, wo sich täglich Tausende Passagiere bewegen und Hunderte von Flugzeugen starten und landen.

Etwa 300 Hektar von 464 Hektar Flughafenfläche befinden sich im Eigentum des Bundes, und hierfür gibt es immer noch keine „amtlichen Kampfmittelbescheinigungen, die die Freiheit der Flächen von Munition nachweisen". Also die Bestätigung, dass der Untergrund frei von Blindgängern und scharfer Munition ist.
Diese Bescheinigung liegt nur für den militärischen Teil des Flughafens Tegel vor, also dort, wo die Flugbereitschaft der Regierung stationiert ist und sich das Empfangsgebäude für Staatsgäste befindet. Dort ist vor drei Jahren alles „entmunitioniert“ worden.

Der Berliner Bundestagsabgeordnete Markus Löning forderte von der Bundesregierung eine Stellungnahme zu dieser Problematik. Die Antwort kam vom Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Karl Diller. Er teilte mit, dass „Testfelduntersuchungen“ nach Munitionsfunden im Jahre 2004 tatsächlich bestätigt haben, dass größere Mengen Kampfmittel „auf einzelnen bisher nicht beräumten Flächen" noch immer vorhanden seien. Was nichts anderes heißt, dass täglich Tausende von Fluggästen sich auf einem Boden bewegen, in dem sich noch gefährliche Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Und das ist ein echter Skandal! Während die Bundesregierung für ihre eigene Sicherheit und die ihrer Staatsgäste alle Vorkehrungen getroffen hat, überlässt man die Mitarbeiter des Flughafens, die Mitarbeiter der Airlines und die Passagiere dem Prinzip Hoffnung, dass nichts passieren wird.

Bereits im Jahre 2005 hat das Land Berlin als zuständige Sicherheitsbehörde eine Anordnung erlassen, dass sämtliche Erdarbeiten am Flughafen Tegel gemeldet werden müssen, um „geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr einzuleiten“. Die Anordnung richtete sich damals an den Bund, der jedoch noch immer mit der Berliner Flughafengesellschaft darüber prozessiert, wer die Kosten der Munitionsbergung tragen muss. Der Bund weigert sich vehement, auf seinen 300 Hektar Flughafengelände diese Kosten zu tragen.
Das ist der Grund, weshalb sich im Jahre 2008 immer noch gefährliche Blindgänger und scharfe Munition im Untergrund des Flughafens Tegel befinden.

Die Befürchtungen des Abgeordneten Löning teilen viele Experten auch. So ist nicht auszuschließen, dass durch die Zunahme der Starts und Landungen auch die Erschütterungen des Bodens zunehmen und nicht auszuschließen ist, dass dadurch ein Blindgänger wieder aktiviert werden kann. Und sollte der Fall eintreten, dass ein Maschine, aus welchen Gründen auch immer, einmal über die Landebahn hinaus rutscht, dann weiß niemand, welche Auswirkungen dies auf die im Boden gelagerten Kampfstoffe haben wird. Diese Möglichkeit bezeichnet die Flughafengesellschaft als reine Spekulation. Dabei ist alles, was man nicht ausschließen kann Spekulation. Kontrollen durch den Kampfmittelräumdienst gibt es zur Zeit nur, wenn neu gebaut wird, so wie jetzt beim neuen 90-Meter-Terminalanbau in Tegel.
Der eigentliche Skandal ist jedoch, wie fahrlässig die Verantwortlichen mit der Sicherheit am Flughafen Tegel umgehen. Da wird die Messlatte der Sicherheitsstandards für Flugzeuge sehr hoch gelegt, aber die Sicherheit am Boden sträflich vernachlässigt. Da schafft sich die Bundesregierung ein eigenes von Kampfmittel befreites Areal, überlässt aber gleichzeitig den Rest des Flughafens Tegel seinem Schicksal und bezeichnet die möglichen Gefahren als Spekulation. Im Prinzip jedoch geht es ums Geld, und die gerichtlichen Auseinandersetzungen können noch lange andauern – und man gibt sich unverantwortlich dem Prinzip Hoffnung hin, dass schon nichts passieren wird. Die Situation auf dem Flughafen Tegel ist aber nicht spekulativ, sondern real, und eine Gefahrenabwehr durch den Kampfmittelräumdienst steht nicht einmal zur Diskussion – das ist ein handfester Skandal, der auf Kosten der Sicherheit der Bürger geht.
Link zum Artikel
Quelle: Airline-Bewertungen.eu / (05.08.2008)
 

01.08.2008
• Ausbau in Tegel
Terminal C wird wenige Jahre vor der Schließung nochmals für acht Millionen Euro erweitert

Also doch.
Die Flughafengesellschaft hat jetzt bestätigt, dass sie – vier Jahre vor der geplanten Schließung – den Flughafen Tegel nochmals erweitert. Für rund acht Millionen Euro soll der erst im Mai 2007 eröffnete Terminal C bis Mitte 2009 ausgebaut werden. Auch wenn der Flugbetrieb nach den derzeitigen Plänen Mitte 2012 aufgegeben werde, sei die Investition wirtschaftlich, heißt es bei der Flughafengesellschaft. Der Bauantrag ist noch nicht gestellt.
Bisher hatte die Flughafengesellschaft Ausbaupläne für Tegel stets dementiert und immer wieder erklärt, nur der Bestand solle „optimiert“ werden. Das Abstreiten der Ausbaupläne begründete Flughafensprecher Ralf Kunkel gestern damit, dass der Anbau ans Terminal C intern erst vor kurzem beschlossen worden sei. Vorher habe man mehrere Alternativen geprüft.
Der Anbau erhält vier Abfertigungspositionen. Damit solle vor allem das „zarte Pflänzchen“ Umsteigerverkehr verbessert werden, sagte Kunkel. Bisher können hier nur Passagiere zwischen Schengen-Ländern umsteigen, ohne ihr Gepäck neu aufgeben zu müssen. In Zukunft sollen Passagiere im erweiterten Terminal C auch bequem und schnell Non-Schengen-Ziele erreichen können.
Die Fluggesellschaft Air Berlin, die den neuen Terminal vorwiegend nutzt, hat hier einen kleinen Umsteigeverkehr aufgebaut. Sie bringt mit ihren Maschinen Passagiere nach Tegel, die mit der zu Air Berlin gehörenden LTU weiter nach Bangkok fliegen. Solche Zubringerflüge will Air Berlin auch für die Flüge der chinesischen Gesellschaft Hainan Airlines übernehmen, die von September an von Tegel nach Peking fliegen wird.
Die Kapazität des Flughafens werde mit dem Anbau, der an den fünf neuen Abstellflächen für Flugzeuge entsteht, nicht vergrößert, sagte Kunkel weiter. Bisher sei vorgesehen gewesen, Passagiere von den vorhandenen Anlagen mit Bussen zu den Maschinen zu bringen; in Zukunft erfolge der Ein- und Ausstieg durch den Anbau.
Viel mehr Flugverkehr kann Tegel auch nicht aufnehmen, weil es für die Maschinen am Boden bereits jetzt sehr eng ist. Die Lotsen dort arbeiteten bereits hart am Limit, kritisiert Pilot Thomas Kärger. In den vergangenen Wochen habe es bereits zwei „unkontrollierte Annäherungen“ auf dem Rollfeld gegeben.
An der Schließung von Tempelhof Ende Oktober halten der Senat und die Flughafengesellschaft aber fest.
Ein Weiterbetrieb des Flughafens würde jährlich rund zehn Millionen Euro kosten, argumentieren sie.
Klaus Kurpjuweit
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online / von Klaus Kurjupeit (01.08.2008)

03.07.2008
Senatsbaudirektorin will Tempelhof-Halle aufschneiden
Flughafen Tempelhof - der Senat will ihn Ende Oktober schließen. Und hat scheinbar Pläne,
das riesige denkmalgeschützte Gebäude an einigen Stellen einzureißen.
Denn Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bescheinigt dem Bau (300.000 qm) jetzt in einem Interview
"eine außerordentlich robuste Architektur, die auch Veränderungen aushält". Konkret spricht sie davon,
"zum Beispiel das Zentralgebäude mit der jetzigen Terminalhalle nach beiden Seiten zu öffnen.
Lüscher weiter: "Auch an anderen Stellen kann ich mir Durchgänge vorstellen."
Empörung bei Wilfried Wolff, dem Chef des Ausschusses für Denkmalschutz und -pflege bei der Baukammer Berlin: "Ich befürchte, dass Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer dieses weltweit einmalige Gebäude aus der Denkmalschutzliste streichen lassen will." Er warnt davor. Denn das von Architekt Ernst Sagebiel konstruierte,
1,2 Kilometer lange "Gebäude ist auch international von großer Bedeutung."
Gibt es diesen Streich-Plan? "Nein", heißt es dazu aus der Stadtentwicklungsbehörde.
"Frau Lüscher wollte lediglich eine Architektur- und Nutzungsdiskussion anstoßen", betonte die Sprecherin.
Zugleich weist sie daraufhin, dass "auch bei Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen,
eine Nutzungsanpassung möglich ist."
Quelle: BZ / von Boris Dombrowski (03.07.2008)

28.06.2008
Gedenken an die Luftbrücke - ohne den Senat
Die Zurückhaltung des Senats beim 60. Jahrestag des Beginns der Luftbrücke hat zu einem heftigen
Politstreit geführt.
CDU und FDP werfen der SPD vor, das Ereignis aus Rücksicht auf den Koalitionspartner Linkspartei nicht ausreichend zu würdigen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit blieb der gestrigen Feierstunde am Luftbrückendenkmal fern. Auch andere politische Würdenträger der Stadt waren nicht eingeladen.
In Wiesbaden und Frankfurt wurde der Jahrestag am Donnerstag groß mit Bundesverteidigungsminister
Franz Josef Jung und Hessens Ministerpräsident Roland Koch gefeiert. In Berlin blieb die Organisation dem Alliiertenmuseum überlassen. Dem Vernehmen nach hatte die Senatskanzlei im Vorfeld signalisiert, dass Einladungen an Landespolitiker unerwünscht seien.
„Ich weiß nicht, was er für Termine hat“, sagte US-Botschafter William R. Timken dem Tagesspiegel zum Ausbleiben von Wowereit. „Wir jedenfalls glauben, dass die Erhaltung der Freiheit Berlins ein sehr wichtiges historisches Ereignis ist.“ FDP-Fraktionschef Martin Lindner kritisierte, die SPD nehme „zulasten der Geschichte“ Rücksicht auf ihren Koalitionspartner. Die Linkspartei habe sich mit ihrem Bestreben durchgesetzt,
„die Erinnerung an den Triumph der Freiheit über den russischen Würgegriff auszulöschen“, so der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Frank Henkel. Die Sprecherin der Linksfraktion,
Kathi Seefeld, wies dies als „Quatsch“ zurück.
Am Nachmittag empfing Klaus Wowereit die Veteranen im Roten Rathaus, um „allen zu danken, die damals
für die Freiheit Berlins eingetreten sind“. Die Luftbrücke sei eine „gigantische Leistung gewesen“. Als einziger Landesvertreter war Protokollchef Otto Lampe zum Festakt nach Tempelhof gekommen. Das Fernbleiben des Senats erklärte er mit der Tradition, dass Berlin grundsätzlich das Ende der Blockade am 12. Mai feiere.
Das ist nachweislich falsch. Zum 15. Jahrestag des Luftbrückenbeginns kam 1963 US-Präsident John F. Kennedy
in die Stadt und bekannte vor 400 000 Menschen: „Ich bin ein Berliner.“ Am 23. Juni 1988 flog Parlamentspräsident Peter Rebsch mit den alliierten Botschaftern in einem Rosinenbomber von Frankfurt am Main zur Gedenkfeier nach Tempelhof. 1998 gab es zum 50. Jahrestag nicht nur einen Festakt mit dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen. US-Präsident Bill Clinton taufte ein Transportflugzeug auf den Namen
„Spirit of Berlin“, und 500 000 Menschen strömten zu den Luftbrücken-Flugtagen nach Tempelhof.
Gestern blieb es dem Parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU), vorbehalten, daran zu erinnern, „was die Luftbrücke für diese Stadt, unser Land und die Freiheit in der Welt bedeutet“. Sie verdanke ihren Erfolg dem Mut, der Willensstärke und der Energie der Alliierten ebenso wie der West-Berliner. Selbst ein Kind jener Zeit, erinnere sich Kossendey an die Schokolade, das Milchpulver und „die etwas salzig schmeckende Butter“.
„Freiheit gibt es nicht umsonst, sondern manchmal nur zu einem hohen Preis“, sagte der Oberbefehlshaber der Nato-Luftstreitkräfte, US-General Roger A. Brady, im Hinblick auf die Opfer der Luftbrücke. „Wir haben schnell erkannt, dass es auch der Wille der Berliner war, jeden Preis für ihre Freiheit zu zahlen“, so der pensionierte britische Air Vice Marshall G. C. Lamb.
Einige der Veteranen trugen wieder ihre Pilotenjacken. „Blockade-Buster“ war auf dem Rücken von Johnny Macia zu lesen. „Candy-Bomber“ Gail Halvorsen musste immer wieder Autogramme schreiben. „Wir sind eine lebende Geschichte, die langsam verschwindet“, sagte Ex-Commander Earl Moore, der für die US Navy in der Luftbrücke flog.
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online / von Rainer W. During (28.06.2008)



10.06.2008

• Tempelhof-Initiative klagt für einen neuen Volksentscheid

Mit einer Beschwerde vor dem Berliner Verfassungsgerichtshof will die „Initiative City-Airport Tempelhof“ (Icat) erreichen, dass der Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens wiederholt wird. Die Kläger werfen dem Senat vor, die „Grundsätze eines demokratisch-fairen Abstimmungsverfahren“ verletzt und gegen seine Neutralitätspflicht verstoßen zu haben.
Die Icat hält es für rechtlich bedenklich, dass der Senat im Zuge des Volksentscheids mehrfach erklärt habe, dass auch eine erfolgreiche Abstimmung an der Schließungsabsicht nichts ändern würde. Auch habe der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) „wahrheitswidrig erklärt“, dass ein Weiterbetrieb Tempelhofs zu einem Baustopp des Großflughafens BBI in Schönefeld führen würde. Diese und andere Äußerungen, so die Icat, hätten den Ausgang des Entscheids unzulässig beeinflusst.
Eine vergleichbare Klage gab es zuletzt 1996 in Bremen. Damals entschied der Staatsgerichtshof der Hansestadt, dass „staatliche Organe bei Volksentscheiden keiner strikten Neutralitätspflicht unterliegen“, sondern ihre Auffassung zum Abstimmungsgegenstand „mitteilen und für diese werbend eintreten dürfen“. Dabei müsse das Gebot der Objektivität beachtet und die Entscheidungsfreiheit der Bürger respektiert werden. za
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online (10.06.2008)

 

13.05.2008
• KÖNIGSHAUS: Kosten für die Schließung von Tempelhof erzwingen Verzicht auf die
   Sanierung von Schulgebäuden

BERLIN. Zu den durch die Schließung des Flughafens Tempelhof anfallenden Kosten und dem fehlenden Geld für Schulsanierungen erklärt der Berliner FDP-Bundestagsabgeordnete Hellmut KÖNIGSHAUS:

Der Senat muss die Schließung des Flughafens Tempelhof trotz des nicht erreichten Quorums beim Volksentscheid noch einmal überdenken. Sie kostet das Land Berlin viel Geld und geht unter dem Strich zu Lasten der Berliner Schüler. Während trotz des bedrohlichen Verfalls der Schulgebäude die Mittel für deren Sanierung um jährlich 9 Millionen Euro gekürzt werden mussten, muss das Land Berlin gleichzeitig schließungsbedingte Kosten für Tempelhof tragen, die insgesamt bei jährlich 11,85 Millionen Euro sowie einmalig zusätzlich mindestens 7 Millionen Euro liegen. Diese Zahlen hat mir die Bundesregierung jetzt auf meine schriftliche Anfrage mitgeteilt. Die schließungsbedingten Kosten sind pro Jahr höher als es bisher die jährlichen Betriebsverluste waren, die im Übrigen der Bund im Falle eines Weiterbetriebes übernommen hätte und die Berlin nun zum größten Teil selbst tragen muss.
Da der Senat das Angebot der Bundesregierung abgelehnt hatte, die Betriebsverluste für den Weiterbetrieb zumindest bis zur Inbetriebnahme des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg International zu übernehmen, muss er nun nicht nur die Kosten für den zumindest bis zum Herbst weiterlaufenden Betrieb selbst tragen; das sind nach Auskunft des Bundesfinanzministeriums jährlich 9 Millionen Euro. Er muss zudem nach der Schließung erhebliche Kosten für die erforderlichen Maßnahmen für Verkehrssicherung, Brandschutz und Beräumung übernehmen, die derzeit unverbindlich auf einmalig 7 Millionen Euro geschätzt werden.
Die laufenden Bewirtschaftungskosten werden vom Bundesfinanzminister auf jährlich 11,85 Millionen Euro geschätzt, die nach Übertragung des Eigentums auf Berlin voll vom Land zu tragen sind. Diese Kosten können noch erheblich steigen, da die Vermietungschancen für das Gebäude und die Kostenrisiken der Altlastenbeseitigung nach aller Erfahrung nicht kalkulierbar sind.
Neben diesen Kosten sind indessen noch die Kosten für den Ausbau und die „Optimierung“ des Flughafens Tegel zu sehen. Hierfür wurden bis 2008 bereits rund 40 Millionen Euro aufgewandt, unter anderem zum Bau zweier neuer Terminals, wie das Bundesverkehrsministerium heute in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage von mir mitteilt. Die Flughafengesellschaft bereitet derzeit nach eigenen Angaben weitere Baumaßnahmen zur „Kapazitätsausschöpfung“ vor. Alles dies wäre zum größten Teil überflüssig, wenn die Regionallinien mit ihrem kleineren Fluggerät (Avroliner, Fokker 70, Dash 8 etc.) wieder wie früher am Flughafen Tempelhof konzentriert würden, anstatt in Tegel Kapazität für die größeren Flugzeuge (B 737/A 320 und größer) zu blockieren.
Der Senat hat den Berlinern falsche Argumente für die Schließung geliefert. Die Schließung vermindert nicht die vom Land Berlin zu tragenden Kosten, sondern sie vergrößert sie.
Sie folgt nicht dem Wunsch der Anwohner nach „Schutz vor Lärm und Abgasen“, denn gerade die Stimmberechtigten, die in den An- und Abflugbereichen wohnen, haben bei dort hoher Beteiligung mit sehr großer Mehrheit mit „Ja“ gestimmt. Der Weiterbetrieb bis zur Inbetriebnahme des BBI hätte entgegen den Behauptungen des Senats kein rechtliches Risiko bedeutet, wie sich aus der heutigen Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf meine schriftliche Anfrage ergibt. Und er hat den Berlinern verschwiegen, dass die Schließungskosten so hoch sind, dass er nun offenbar sogar die Sanierung der maroden Schulgebäude auf die lange Bank schieben muss. Die Bürger haben sich dennoch nicht täuschen lassen und mit überwältigender Mehrheit derer, die abgestimmt haben, gegen die Schließung ausgesprochen. Deshalb Quorum hin oder her:

Wowereit und Rot/Rot müssen in sich gehen, den Schließungsbeschluss aufheben und mit den eingesparten Kosten die Finanzierung der Schulsanierung sichern.
Link zum Artikel
Quelle: FDP Pressemitteilung  (13.05.2008)

10.05.2008
• Tempelhof-Schließung teurer als Weiterbetrieb

Die Schließung des Berliner Flughafens Tempelhof wird teurer als der Weiterbetrieb des defizitären innerstädtischen Airports.
Das berichtet die "Berliner Morgenpost" (Sonntag) unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium (BMF). Demnach rechne das BMF mit jährlichen Betriebskosten von 11,85 Millionen Euro; die Kosten nach der für November geplanten Schließung lägen somit um 2,85 Millionen Euro über dem bisherigen Jahresdefizit des Flughafens.
Der Berliner Senat geht von einem Jahresdefizit von zehn Millionen Euro aus. Im Bundesfinanzministerium hieß
es, dass noch weitere Kosten von sieben Millionen Euro für die Verkehrssicherung des Gebäudes, Brandschutz
und Beräumung anfallen werden. Das Finanzministerium verweise auf eine Architektenstudie zur Sicherung des Flughafengeländes, die die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Auftrag gegeben hatte, schreibt das Blatt.
Zudem gingen die Berechnungen der Kosten derzeit davon aus, dass 40 Prozent der Flughafenflächen weiterhin vermietet sein werden. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Hellmuth Königshaus sagte der Zeitung: "Aus den
Zahlen geht deutlich hervor, was wir immer befürchtet haben: Die Einstellung des Flugbetriebs ist teurer als
der Weiterbetrieb des Flughafens. Jetzt hat der Steuerzahler, vielleicht bald nur noch der Berliner Steuerzahler,
die höheren Kosten am Hals".
Link zum Artikel
Quelle: rbb online  (10.05.2008)

 

09.05.2008
• Tempelhof-Vermarktung startet erst 2012

Mit der Aufgabe des Flugbetriebs in Tempelhof im Oktober und dem geplanten Ankauf der Anteile,
die dem Bund gehören, fällt dem Liegenschaftsfonds die Aufgabe zu, das 386-Hektar-Gelände zu
vermarkten. Nach Senatsplänen können 5000 Wohnungen entstehen.
Bevor die Vermarktung starten könne, müsse zunächst Baurecht in den zu entwickelnden Quartieren
geschaffen werden, so der Chef des Liegenschaftsfonds, Holger Lippmann. Das werde voraussichtlich
bis 2012/2013 dauern.
Von diesem Zeitpunkt an werde es vermutlich noch einmal zehn Jahre dauern, bis die 5000 Wohnungen tatsächlich stehen. ij
Link zum Artikel
Quelle: Welt online (09.05.2008)

06.05.2008
• Tempelhof-Volksentscheid offiziell gescheitert

Berlin (ddp-bln). Das endgültige Ergebnis des gescheiterten Volksentscheids über die Offenhaltung des Verkehrsflughafens Tempelhof steht fest. Wie der Landesabstimmungsleiter am Dienstag mitteilte, gab es gegenüber dem vorläufigen Endergebnis keine gravierenden Änderungen. Um 0,1 Punkte nach unten korrigiert wurde die Zahl der Befürworter. Mit Ja stimmten demnach 529 880 Einwohner, das entspricht einem Anteil der Teilnehmer von 60,1 Prozent.
Gegen die Weiterführung des Flugbetriebs auf dem innerstädtischen Airport sprachen sich 349 384 Berliner
(39,7 Prozent) aus. Dies sind 0,1 Prozentpunkte mehr als beim vorläufigen Endergebnis. 1771 Stimmen (0,2 Prozent) waren ungültig. An dem Volksentscheid nahmen mit 881 035 Berlinern 36,1 Prozent der
Wahlberechtigten teil.
Damit ist der Volksentscheid pro Tempelhof offiziell gescheitert. Da nach dem endgültigen Ergebnis zwar die Mehrheit der Teilnehmer, aber mit 21,7 Prozent weniger als ein Viertel der Stimmberechtigten mit Ja gestimmt haben, sei der Beschluss nicht angenommen. Bei dem ersten Volksentscheid in der Geschichte der Stadt am
27. April waren 2 438 035 Berliner stimmberechtigt.

28.04.2008
• Tempelhof-Volksentscheid in Berlin gescheitert

Der Volksentscheid zur Offenhaltung des Berliner Flughafens Tempelhof ist gescheitert.
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wurde mit 21,7 Prozent der Stimmen die notwendige Zustimmung von einem Viertel der Wahlberechtigten verfehlt. Das teilte der Abstimmungsleiter am Sonntagabend mit.
Von den abgegebenen Stimmen waren 60,2 Prozent für die Fortführung des innerstädtischen Flughafens, 39,6 Prozent waren dagegen. Insgesamt war die Wahlbeteiligung jedoch gering. Beim ersten Volksentscheid in der Geschichte der Stadt waren zirka 2,44 Millionen Berliner stimmberechtigt.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief am Montag dazu auf, die Debatte um die Schließung des Flughafens zu beenden. Das Resultat des Volksentscheids müsse akzeptiert werden, so der SPD-Politiker. Wer das Ergebnis umdeute, verdrehe die Tatsachen. Wowereit bekräftigte, der Flughafen werde wie geplant Ende Oktober geschlossen.
Der Berliner CDU-Fraktionschef Pflüger hat seine Position bekräftigt, der Ausgang des Volksentscheides sei ein Erfolg der Befürworter des Weiterbetriebs. Bei der Abstimmung habe es eine enorme Mehrheit dafür gegeben, den Flughafen offenzuhalten, sagte Pflüger der rbb-Welle Radioeins. Dass die Volksabstimmung gescheitert sei, liege vor allem an dem sehr hohen Quorum.
Die Berliner Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT) räumte dagegen eine Niederlage beim Volksentscheid ein. ICAT-Vorstandsmitglied Kaczmarek sagte im rbb-Inforadio, man habe das notwendige Quorum nicht erreicht, daran gebe es nichts zu deuteln. Allerdings solle der Senat bei seinem weiteren Vorgehen berücksichtigen, dass 530.000 Berliner für die Offenhaltung gestimmt hätten.
Link zum Artikel
Quelle: rbb online  (28.04.2008)

25.04.2008
• Pro: Warum Tempelhof nicht geschlossen werden darf
(Artikel gekürzt)
Der Flughafen Tempelhof ist für Berlin von unschätzbarem Wert - als Infrastrukturjuwel mit Landebahn im Herzen der Metropole und als auratisch aufgeladener Ort der Selbsterinnerung. Ersteres ist heiß umstritten, Letzteres ein Faktum.
Wie kaum ein anderes Thema seit dem Mauerfall hat der Streit um die drohende Schließung des ersten Passagierflughafens der Welt quer durch alle Stadtquartiere, Parteien und Schichten eine deutliche Mehrheit der Berliner für ein gemeinsames Ziel mobilisiert: seine Erhaltung. Vergleichbar engagiert hat man den sonst eher nüchternen Hauptstädter nur bei der Debatte um das Berliner Stadtschloss erlebt. Bedurfte es beim Kampf um dessen Wiederaufbau noch importierten Bürgersinns aus Hamburg, schöpfte beim Thema Flughafen Tempelhof die Stadt aus eigener Kraft und der Erinnerung an ihren Überlebenswillen zu Luftbrückenzeiten.
Als eine Art "Stadtschloss" der technischen Moderne mobilisierte der schon todgeweihte "Zentralflughafen" - als Wiege der deutschen Zivilluftfahrt weltweit ein Mythos - aber auch als Fantasie für Kaufleute und Objektentwickler. So kann das von Investoren wahrlich nicht verwöhnte Berlin sich glücklich schätzen, dass Banken, zahlreiche Großunternehmen und ein voluminöser Investorenfonds großes Interesse an dem Standort zeigen, unter der Voraussetzung freilich, dass Tempelhof zumindest für den Geschäftsflugverkehr geöffnet bleibt. Sogar ein Betreiber steht schon bereit und fest im Wort, die Deutsche Bahn.(...)
Nun aber hat den Berliner Senat die Zuversicht in die eigene Flexibilität verlassen. Er will den Sack zumachen - ohne Rücksicht auf Verluste, gegen die Mehrheitsstimmung in Stadt und internationaler Geschäftswelt.
Nicht erst 2012/13 wie vereinbart, wenn der neue Großflughafen in Betrieb geht, sondern schon im Oktober dieses Jahres soll ohne jede Not das Tempelhofer Flugfeld zur Brache und die Stadt um einen legendären Standort ärmer werden.
Dieses Vorgehen des Berliner Senats ist umso unverständlicher, als bislang der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und sein smarter Finanzsenator selbst unter den geradezu abenteuerlichen Bedingungen einer rot-roten Mehrheitsherrschaft mit kühlem Kopf und spitzem Bleistift die hoch verschuldeten Stadtfinanzen zu sanieren begannen und dabei vor kaum einem Wagnis zurückschreckten. Nun aber kapituliert der Senat vor einer zwölf Jahre alten Festlegung, deren Voraussetzungen längst nicht mehr gelten. Der Verweis auf die planungsrechtlichen Folgen für den neuen Großflughafen ist sicherlich nicht so einfach von der Hand zu weisen, sollte der Senat an Tempelhof festhalten. Keinerlei Begründung gibt es allerdings für eine vorzeitige Schließung, jedenfalls keine wirtschaftliche oder juristische. Denn die Bundesregierung hat die Übernahme von Defiziten bei den Betriebskosten zugesagt, zumindest bis 2012. Bis dahin wäre immerhin Zeit, alle Planungsvariationen zu prüfen, die der Stadt den einzigartigen Flughafen mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten erhalten könnten, sogar ohne dass dies den Berliner Landeshaushalt belasten würde.
Doch das Problem ist weder ein rein finanzielles noch ein ausschließlich planungsrechtliches. Befürworter eines Weiterbetriebs von Tempelhof müssen ein psychologisches Problem lösen. Es geht um Gesichtswahrung. (...)
Wowereit hat nicht richtig zugehört, sich zu früh festgelegt und reagiert nun chinesisch - es geht um Gesichtsverlust. Ein Plädoyer für die Offenhaltung von Tempelhof muss deshalb einhergehen mit der Forderung nach rhetorischer Abrüstung - das gilt sicher für beide Seiten. Im Streit um Tempelhof haben die Berliner eine Lust auf Zukunft gezeigt, die nach einem - für den Senat nicht rechtlich bindenden - positiven Ausgang des Volksentscheids nicht verloren gehen darf. Das weiß auch der Bürgermeister, dem es möglich sein sollte zuzugeben, dass selbst ein Stadtoberhaupt manchmal irren kann. Dann muss, dann kann die Stadt mit sich selbst im Gespräch bleiben, dann sollten Senat und Bürger nicht gegeneinander polemisieren, sondern zusammen alle Wege prüfen, der Stadt den Sehnsuchtsort Tempelhof und seine enormen wirtschaftlichen Potenziale, diese zu Stein gewordene Selbsterinnerung, als etwas Lebendiges und nicht als Museum zu bewahren. Das ist eine Frage des politischen Willens und nicht der Sachzwänge.
Die Causa Tempelhof hat Berlin wieder einmal munter gemacht.
Tempelhof hat Zukunft.
Link zum Artikel
Quelle: Welt online (25.04.2008)

 

24.04.2008
• Neue Chancen für einen alten Berliner
(Artikel gekürzt)
Am Sonntag geben die Wahlberechtigten in Berlins erstem Volksentscheid ihre Stimme für oder gegen die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof ab. Nachdem die Initiatoren des Plebiszits im vorangegangenen Volksbegehren weit mehr Stimmen sammelten als nötig, erscheint ihr Sieg immerhin möglich. Zu wünschen
wäre er. Tempelhof wie geplant schon Ende Oktober zu schließen ist voreilig und durch nichts gerechtfertigt
als durch den Wunsch des Senats, unverrückbare Tatsachen zu schaffen.
Alle Fachleute sind sich einig, dass der Traditionsplatz von 1923 nach der Schließung nie wieder eine Betriebsgenehmigung erhielte. Besser wäre es, Tempelhof wenigstens so lange offen zu halten, bis die vielen Unklarheiten rund um das Berliner Luftfahrtkonzept geklärt sind. Kommt man dann zu dem Schluss, dass
Tempelhof untragbar oder für den Bau des neuen Zentralflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) gefährlich ist, kann man ihn immer noch schließen. Ein heutiges Ja zu Tempelhof bedeutet keine dauerhafte Bindung und erst recht kein Nein zum BBI.(...)
Doch der BBI öffnet frühestens 2011, weshalb auch dann erst der dritte Berliner Platz, Tegel, vom Netz gehen soll. Es gäbe also genügend Zeit, die rechtlichen Fallstricke zu prüfen und nötigenfalls die Landesplanung zu ändern. Weshalb dann die Eile in Tempelhof? (...)
Der Senat hat zwar einige Nachnutzungsideen für die Fläche. Er kann bisher aber keinen Investor präsentieren, der die denkmalgeschützten Gebäude finanzieren wollte; deren Unterhalt, nicht der maue Flugbetrieb sorgt für
die Betriebsverluste. Der Bund, der als Miteigentümer kein Interesse hat, den BBI zu gefährden oder Tempelhof künstlich am Leben zu erhalten, ist zur Übernahme der Fehlbeträge bis zur Inbetriebnahme des BBI bereit.
Der Fortbestand von Tempelhof bis 2011 wäre also finanziell gesichert, rechtlich ist er es ohnehin. Selbst die umliegenden Stadtteile haben sich für den Weiterbetrieb ausgesprochen, weil für sie die wirtschaftlichen
Chancen schwerer wiegen als die Gefahren.
Link zum Artikel
Quelle: FAZ-net / von Christian Geinitz (24.04.2008)

 

19.04.2008
• Merkel wirbt für Tempelhof
(Artikel gekürzt)
In der Auseinandersetzung um den Flughafen Tempelhof hat nun sogar die Bundeskanzlerin Position bezogen. Angela Merkel (CDU) rief gestern die Berliner zur Abstimmung über die Offenhaltung oder Schließung des Flughafens auf.
Merkel erklärte gegenüber der "BZ": „Der Weiterbetrieb von Tempelhof ist nicht nur von Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze; der Flughafen ist für viele und für mich persönlich mit der Luftbrücke ein Symbol der Geschichte dieser Stadt.“
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wies Merkels Stellungnahme als „Einmischung“ zurück.
Das sei ein „starkes Stück“, ein „durchsichtiges parteipolitisches Manöver“. „Sie selbst hat es abgelehnt, die Flugbereitschaft des Bundes in Tempelhof zu konzentrieren. Der Bund als Miteigentümer des Fluggeländes hat
den Antrag auf Schließung des Flughafens mit gestellt“, sagte Wowereit. SPD-Landeschef Michael Müller hielt Merkel vor, die „Parteipolitikerin“ siege über die Bundeskanzlerin, CDU-Interessen seien wichtiger als die
Interessen Ostdeutschlands. Die Landeschefin der Grünen, Franziska Eichstädt-Bohlig, warf Merkel „parteitaktische Machtspiele“ vor.
Eine Meinungsumfrage des Instituts Infratest-Dimap im Auftrag des RBB ergab gestern, dass die Hälfte der
Berliner für die Offenhaltung von Tempelhof als Verkehrsflughafen ist. 37 Prozent der Befragten sind dagegen. Auch zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen West- und Ost-Berlinern. Während im Westen die Mehrheit die Offenhaltung befürwortet, sind es im Osten der Stadt nur 35 Prozent. Allerdings lasse sich momentan nicht sagen, ob überhaupt genügend Berliner zur Abstimmung gehen, hieß es bei Infratest-Dimap. Die Umfrage ergab lediglich, dass 64 Prozent der Berliner an der Abstimmung „stark“ oder „sehr stark interessiert“ sind. Von ihnen sind 61 Prozent für die Offenhaltung. Ob sie tatsächlich ins Wahllokal gehen, bleibt offen. (...)
Link zum Artikel
Quelle: Tagesspiegel online / von Werner van Bebber und Stefan Jacobs  (19.04.2008)

 

15.04.2008
• Rettet den City-Airport - 67 Top-Manager für Tempelhof

Eine so mächtige Allianz der deutschen Industrie zur Rettung eines Flughafens gab es noch nie! Top-Manager von führenden Unternehmen machen sich gemeinsam für die Rettung des City-Airports Tempelhof stark.
Einem Aufruf des Ende März gegründeten Vereins „Partner für Tempelhof“ haben sich nach BILD-Informationen rund 70 Vertreter von Konzernen und Organisationen angeschlossen!
Darunter sind die Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche (Daimler), Peter Löscher (Siemens), Wulf Bernotat (E.ON), Jürgen Großmann (RWE), Wendelin Wiedeking (Porsche) sowie René Obermann (Telekom), Michael Diekmann (Allianz) und Hartmut Mehdorn (Bahn). Auch der Deutsche Fußball-Bund, der Verband der Automobilindustrie und der ADAC unterstützen das Vorhaben.
_____________________________________________________________________________________________
Peter Kurth Vorstand der ALBA AG Berlin
Wolfgang Weik Chef der Alcatel Deutschland GmbH
Dr. Thomas Trümper Vorstandsvorsitzender der Andreae-Noris Zahn AG
Werner M. Bahlsen Chef der Bahlsen GmbH & Co.KG
Hans-Jörg Rudloff Vorstandsvorsitzender von Barclays Capital
Heinz Bauer Chef der Bauer Verlagsgruppe
Herbert Bodner Vorstandsvorsitzender der Bilfinger Berger AG
Wolfgang Tölsner Vizechef der Bombardier Transportation GmbH
Wolfgang Braun Chef der Buena Vista International (Germany) GmbH
Dr. Dieter Kurz Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG
Dr. Fred Irwin Vorstand der Citigroup Global Markets Deutschland AG
Klaus-Peter Müller Vorstandssprecher der Commerzbank AG
Jürgen H. Walker Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Financial Services AG
Wolfgang Niersbach Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes e. V.
Ludwig Georg Braun Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages DIHK e. V.
Dr. Henning Kreke Vorstandsvorsitzender der DOUGLAS HOLDING AG
Dr. August Oetker Firmenchef der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG
Dr. Herbert Walter Vorstandsvorsitzender der Dresdner Bank AG
Louis Gallois Chef von EADS
Hans-Peter Villis Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Dr. Werner Brinker Vorstandsvorsitzender der EWE Aktiengesellschaft
Dr. Ulf M. Schneider Vorstandsvorsitzender der Fresenius AG
Dorothee Blessing Managing Director der Goldman, Sachs & Co. OHG
Dr. Hans Riegel Geschäftsführer der HARIBO GmbH & Co. KG
Dr. Michael Mertin Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG
Dr. Norbert Steiner Vorstandsvorsitzender der K+S AG
Dr. Gerd Kleinert Vorstandsvorsitzender der Kolbenschmidt Pierburg AG
Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher
Vorstandsvorsitzender der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Karlheinz Kögel Chef der Media Control GmbH & Co. KG
Jon Baumhauer Vorstandsvorsitzender der Merck OHG
Dr. Dirk Notheis Vorstand der Morgan Stanley Bank AG
Dr. Rudolf Schulten Vorstandsvorsitzender der MVV Energie AG
Dr. Michael Otto Aufsichtsratsvorsitzender der Otto GmbH & Co. KG
Prof. Georg Kämpfer Vorstand der PwC Deutsche Revision AG
Dr. Philipp Daniel Merckle Chef der ratiopharm GmbH
Klaus Eberhardt Chef der Rheinmetall AG
Dr. Burkhard Schwenker Vorstandssprecher der Roland Berger Strategy Consultants GmbH
Hans Rudolf Wöhrl Chef der Rudolf Wöhrl AG
Dr. Jürgen Großmann Vorstandsvorsitzender der RWE AG
Dr. Thomas Guth Vorsitzender der Geschäftsführung der SALOMON Oppenheim GmbH
Georg F. W. Schaeffler Gesellschafter der Schaeffler KG
Maria-Elisabeth Schaeffler Gesellschafterin der Schaeffler KG
Albert Haffert Vorsitzender der Geschäftsführung der Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH
Peter Löscher Vorstandsvorsitzender der Siemens AG
Dr. Heinrich Weiss Chef der SMS GmbH
Prof. Dieter Stolte Vorstand der Axel Springer Stiftung
Dr. Theo Spettmann Vorstandssprecher der Südzucker AG
Dr. Herbert Kloiber
Geschäftsführender Gesellschafter der Tele München Fernseh GmbH + Co Produktionsgesellschaft
Dr. Ekkehard Schulz Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp AG
Michel Mallet Chef der TOTAL Deutschland GmbH
Vincent De La Tour Geschäftsführer der Twentieth Century Fox of Germany GmbH
Alexander Doll Geschäftsführer der UBS Investment Bank
_____________________________________________________________________________________________
Der rot-rote Berliner Senat will den traditionsreichen City-Airport schon Ende Oktober dichtmachen, Mietern und Airlines wurde schon gekündigt. Dabei wird der neue Großflughafen „BBI“ in Schönefeld frühestens im November 2011 abheben – und Tegel arbeitet jetzt schon am Rande seiner Kapazität.
Auch Tempelhof-Gegner geben zu: Aus juristischer Sicht kann Tempelhof zumindest bis zur BBI-Eröffnung angeflogen werden.
In zwei Wochen (27. April) können 2,4 Mio. Berliner beim ersten stadtweiten Volksentscheid über die Zukunft des ältesten Flughafens der Welt abstimmen. Schon fast 200 000 Berliner haben jetzt bereits Briefwahlunterlagen angefordert.
Endet der Volksentscheid erfolgreich (erforderlich: mindestens 610 000 Ja-Stimmen), ist das Ergebnis für den Senat allerdings nicht bindend.
Hemjö Klein, Präsident des Vereins „Partner für Tempelhof“, zu BILD: „Die deutsche Industrie setzt sich für die Rettung des Flughafens ein, weil das den Unternehmen und den Beschäftigten dient. Es gibt keinen triftigen Grund, den Flughafen schon 2008 zu schließen.“
US-Investor Ronald S. Lauder hat sich gestern noch einmal im Kanzleramt für sein Tempelhof-Konzept eingesetzt. Der Kosmetik-Erbe will 350 Mio. Euro in ein Gesundheits- und Kongress-Zentrum investieren – aber nur, wenn dort weiterhin Geschäftsflieger landen können.
Thomas de Maizière, Chef des Bundeskanzleramtes, bekräftigte: Der Bund würde bis zur BBI-Eröffnung ein Defizit aus dem Weiterbetrieb von Tempelhof übernehmen.
Link zum Artikel mit weiteren Bildern
Quelle: Bild online / von Oliver Santen (15.04.2008)

 

10.04.2008
Schon 150.000 wollen Briefwahl zu Tempelhof
Berlin (dpa/bb) - Rund zwei Wochen vor dem Volksentscheid zum Berliner Flughafen Tempelhof haben mehr als 150 000 Berliner Briefwahlunterlagen angefordert. Das teilte der Landeswahlleiter am Donnerstag mit. Das sind mehr als sechs Prozent der rund 2,44 Millionen Wahlberechtigten. Derzeit werden pro Tag 20 000 neue Anträge gestellt, um per Brief an der Abstimmung am 27. April teilzunehmen. Für einen Erfolg des Volksentscheids müssten mindestens 611 000 Ja-Stimmen zusammenkommen. Die Zahl der Ja-Stimmen müsste gleichzeitig höher sein als die Zahl der Gegenstimmen. Der Senat will den Stadtflughafen Ende Oktober schließen.
Quelle: Welt online (10.04.2008)



05.04.2008

Tempelhof: Mehdorn schreibt Wirtschaftsbosse an
                         Von 100 Managern meldeten sich bereits 60

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat mehr als 100 Wirtschaftsführer in Deutschland und Europa angeschrieben, um diese im Vorfeld des Tempelhof-Volksentscheids am 27. April in eine Kampagne für den Weiterbetrieb des Flughafens Tempelhof einzubinden.
"Der Rücklauf war enorm", sagte der Generalbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Wolf-Dieter Siebert, am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung des Hauptverbandes für den Ausbau von Infrastrukturen (Infraneu). Es habe sich gezeigt, dass, sollte Tempelhof von der Bildfläche verschwinden, dies nicht nur ein Berliner, sondern ein internationales Problem darstellen würde. Die Meinungsbildung von Wirtschaftsführern außerhalb Berlins sei "sehr erstaunlich". Bislang habe Mehdorn 60 Rückantworten erhalten. Mit weiteren 20 bis 30 rechne man.
Siebert zitierte am Donnerstagabend aus Briefen großer Wirtschaftsunternehmen.
So hieß es von Seiten der Adolf Würth GmbH & Co. KG, dass man in London den City-Airport gebaut habe, in Berlin dagegen in kleinkarierter Manier Tempelhof schließe. Von Seiten der BASF AG habe es geheißen, "Be Berlin, keep Tempelhof", von der Metro AG, die Schließung sei ein Akt kompletter Unvernunft und würde in keinem anderen Land passieren.
Weiterhin nannte Siebert die deutschen Manager Michael Frenzel, Werner Müller oder das Unternehmen Kühne + Nagel, die sich für den Erhalt Tempelhofs einsetzen. "Das Echo von außerhalb, die Stimmen derjenigen, die weltweit Verantwortung tragen, sollten wir Berliner ernst nehmen", sagte Siebert auf der Veranstaltung am Donnerstagabend, die er gemeinsam mit dem CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger zum Thema "Verkehrspolitische Strategien für Berlin! Flughafen Tempelhof - Nostalgie oder Zukunft?" bestritt.
Senatssprecher Richard Meng bezeichnete den Brief gestern als "merkwürdig" und sagte im RBB-Inforadio: "Das ist ein Amtsverständnis, das nachdenklich macht." Die Bahn sei ein Staatsunternehmen, und die Bundesregierung habe immer für das Planungskonzept gestimmt, das den Neubau eines Hauptstadtflughafens und die Schließung der anderen beiden Berliner Flughäfen vorsieht. "Und jetzt kommt der Bahn-Chef mit einem solchen Brief und sammelt sozusagen Unterstützer gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof."
Bahn-Generalbevollmächtigter Siebert erneuerte am Donnerstag das Angebot der Bahn, den Flugbetrieb im Verbund mit dem Investitionskonzept der US-amerikanischen Investoren Fred Langhammer und Ronald S. Lauder für ein internationales Gesundheitszentrum übernehmen zu wollen. "Wir hoffen nach wie vor, dass wir das Konzept noch verwirklichen können und der Volksentscheid uns einen neuen Weg eröffnet", so Siebert. "Wir machen das als Bahn nicht aus unternehmerischen Gründen, sondern als Berliner Unternehmen."
Siebert warnte, dass der künftige Hauptstadtflughafen BBI bereits 2015, also nur wenige Jahre nach seiner Eröffnung, an seine Kapazitätsgrenzen stoßen werde und erweitert werden müsse. Allerdings sei dies nur beschränkt möglich, da der Bau einer dritten Start- und Landebahn planungsrechtlich nicht zulässig sei.
Auch der Fraktionschef der CDU, Friedbert Pflüger, sieht angesichts der dramatisch angestiegenen Fluggastzahlen im Weiterbetrieb des Flughafens Tempelhof eine notwendige Entlastung des BBI. "Wenn man den Erfolg des BBI will, muss man Tempelhof erhalten", so Pflüger. Er rief die Berliner auf, sich am 27. April am Volksentscheid zu beteiligen. "Das ist eine der wenigen Chancen, wo Bürger Einfluss nehmen können."
Schützenhilfe bekamen die Tempelhof-Anhänger von dem ehemaligen Berliner Bau- und Finanzsenator der SPD, Klaus Riebschläger. "Ein erfolgreicher Volksentscheid wird auch etwas bei Klaus Wowereit in Bewegung setzen." Derzeit aber sei der Regierende Bürgermeister in einer "Trotzphase" und für Argumente nicht offen. Die Frage Tempelhof sei inzwischen von einer Sach- in eine reine Prestigediskussion gehoben worden. Tempelhof aber sei für den Erfolg des BBI wichtig.
Quelle: Welt online von Katrin Schoelkopf (05.04.2008)

 

28.03.2008
Tempelhof-Befürworter: "Wir sind sehr optimistisch" (Artikel gekürzt)
Endspurt für das Schicksal des Flughafens Tempelhof: Zum Auftakt ihrer Kampagne für die Offenhaltung von Tempelhof zeigt sich die Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof siegessicher. Mit neuen Plakaten will sie die Berliner zum Volksentscheid mobilisieren.
Endspurt für das Schicksal des Berliner Flughafens Tempelhof: Zum Auftakt ihrer Kampagne für die Offenhaltung zeigt sich die Interessengemeinschaft ICAT siegessicher.
"Wir sind sehr optimistisch, dass wir den Volksentscheid am 27. April gewinnen werden, und zwar deutlich", sagte Kampagnenleiter Matthias Wambach. Zum Beginn der Kampagne werden auf 1000 Stellplätzen im gesamten Stadtgebiet große Plakate geklebt. Der Hauptslogan lautet: "Alle Macht geht vom Volk aus."
Ein weiteres Plakat ist nach dem Vorbild von Anzeigentafeln auf Flughäfen gestaltet. Der Werbespruch auf diesem Motiv lautet: "74 Prozent der Berliner sind für den Erhalt von Tempelhof." Bis zum Tag des Volksentscheids sollen die Slogans auf dem Anzeigentafel-Motiv variieren.
Nach den Worten von ICAT-Vorsitzenden Andreas Peter geht es in den vier Wochen bis zum Volksentscheid nicht mehr so sehr darum, die Berliner davon zu überzeugen, dass Tempelhof offen bleiben müsse, sondern vielmehr um die Mobilisierung der Bürger. Die Zustimmung der Berliner für Tempelhof sei groß, auch im Osten der Stadt, betonte Peter.
SPD wettert gegen ICAT:
Nach Auffassung von SPD-Pressesprecher Hannes Hönemann sind die ICAT-Angaben zu der Größenordnung der Befürworter von Tempelhof nicht zu halten. Hönemann wies die ICAT-Angabe, 74 Prozent der Berliner seien für den Weiterbetrieb von Tempelhof, zurück. Diese Aussage beziehe sich auf eine infratest-dimap-Umfrage von Februar 2007. Im Sinne des Volksentscheids, der nach dem Erhalt Tempelhofs als Verkehrsflughafen frage,
hätten in dieser Umfrage aber nur 34 Prozent zugestimmt, teilte Hönemann mit. (...)
Quelle: Tagesspiegel online  (28.03.2008)

11.03.2008
Geheime Pläne für Ausbau von Berlin-Tegel (Artikel gekürzt)
Das sollte geheim bleiben: Geplant ist, das 2004 für gut drei Millionen Euro errichtete Parkhaus P5 südlich des neuen Terminals C und im Osten des Flughafens zu einem weiteren Abfertigungsbereich umzubauen. Die Rede ist von einer Umwidmung und anschließenden Verkleidung des Parkhauses. Von Kapazitäten für sechs Millionen Passagiere wird gesprochen. Bei der Flughafengesellschaft wollte man gestern dazu keine Stellung nehmen. Flughafensprecher Eberhard Elie sagte, dass ihm davon nichts bekannt sei. Bislang hat Flughafenchef Rainer Schwarz mögliche Schwierigkeiten stets abgestritten und wiederholt: "Kapazitätsengpässe schließe ich aus." Gleichzeitig aber räumt er ein, dass man "bei der Optimierung der bestehenden Struktur noch nicht am Ende" sei. Tatsächlich wird der Flughafen Tegel überstrapaziert. Für jährlich sieben Millionen Passagiere konzipiert, bewältigt er derzeit bereits die doppelte Passagiermenge. (...)
Erst im Mai vergangenen Jahres war in Tegel das neue Terminal C für 2,5 Millionen Passagiere eröffnet worden – offiziell mit einem Investitionsvolumen von zwölf, inoffiziell von 20 Millionen Euro. Bereits damals monierten die Tempelhof-Befürworter, dass es unverständlich sei, eine intakte Flughafenanlage wegen angeblicher Verluste zwischen sechs und zehn Millionen Euro zu schließen, gleichzeitig aber Millionenbeträge in die Erweiterung Tegels zu stecken. Schon 2001 war Tegel erweitert und das Terminal D an das Parkhaus P2 gebaut worden.
Wegen des anstehenden Volksentscheids über die Zukunft des Flughafens Tempelhof am 27. April soll der aktuelle Plan erst später öffentlich gemacht werden, um den Befürwortern Tempelhofs keine Argumente zu liefern. Kurios mutet nun an, aus betriebswirtschaftlichen Gründen bestehende Kapazitäten in Tempelhof zu schließen, um sie vorübergehend in Tegel wieder neu für Millionen-Beträge zu errichten, bevor der gesamte Flugverkehr am neuen Großflughafen BBI gebündelt wird. Im vergangenen Jahr stiegen die Passagierzahlen in Berlin um 8,3 Prozent auf jetzt 20,04 Millionen an. (...)
Quelle: Welt online von Katrin Schoelkopf (21.03.2008)

11.03.2008
• Be Tempelhof - Slogan mit ersten Anhängern

Berlin (dpa/bb) - Der neue Hauptstadt-Slogan des Senats - «be Berlin» - hat seine ersten Anhänger ausgerechnet unter den Freunden des Flughafens Tempelhof gefunden. «Be Berlin. Be Tempelhof», erweiterten sie den Spruch und platzierten ihn am Montag als unübersehbares Werbebanner auf der Website der Stadt, www.berlin.de. Ein gleichlautendes Transparent stellte die Initiative City Airport Tempelhof (ICAT) vor dem Roten Rathaus auf, in dem der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den neuen Slogan vorstellte. Die ICAT kämpft seit Monaten gegen die vom Senat geplante Schließung des Flughafens zugunsten des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld.
Quelle: Berliner Morgenpost / (11.03.2008)

04.03.2008
• Termin für Volksbegehren festgelegt
(Artikel gekürzt)

Termin für Volksbegehren festgelegt. Der Tag, an dem das Schicksal des Flughafens besiegelt wird, steht fest. Die Berliner sind aufgerufen am 27. April ihre Stimme für oder gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof abzugeben. Der Volksentscheid zur Zukunft des innerstädtischen Flughafens Tempelhof ist für den 27. April anberaumt worden. Der Senat habe diesen Termin offiziell festgelegt, teilte ein Sprecher mit. Die Initiatoren des Volksentscheids, die von der Wirtschaft, der CDU und der FDP unterstützt werden, fordern die Offenhaltung des Airports. Die rot-rote Koalition und die Grünen befürworten dagegen die für Ende Oktober geplante Schließung. Sie befürchten, dass mit dem weiteren Flugbetrieb in Tempelhof der Flughafen BBI in Schönefeld rechtlich gefährdet werden könnte. (tbe/ddp)
Quelle: Tagesspiegel online  (04.03.2008)

03.03.2008
• Tempelhof - nicht Nostalgie, sondern Zukunft

Standpunkt: Top-Manager Hemjö Klein zur Zukunft des innerstädtischen Flughafens
Die Auseinandersetzung um die "Mutter aller Flughäfen" nimmt zunehmend unwürdige Formen an. Rechtspositionen werden wie "Poison Pills" gegen praktische Vernunft benutzt. Volksbegehren werden politisch als irrelevant abgekanzelt. Tempelhof als Flugfeld der "Neuen Asozialen" zu betiteln, wird im Abgeordnetenhaus nicht einmal gerügt. Allseits verharren alle auf überkommenen Positionen; eine neue Blaupause für Politikverdrossenheit. Leidtragende sind die Berlinerinnen und Berliner; erneut wird ihnen eine große Chance für wirtschaftlichen Aufschwung und persönliche Chancenvielfalt vorenthalten.

Dabei wäre eine Lösung einfach; man muss nur Fakten als Fakten akzeptieren und entsprechend handeln:
1.
Seit es Luftfahrt gibt, wächst sie schneller als erwartet; alle Planungen werden von der Wirklichkeit überholt. Weltweit hinken Infrastrukturanpassungen in Flughäfen dem aktuellen Bedarf hinterher. Dies gilt auch für BBI. Die aktuellen Zahlen belegen: Mit Inbetriebnahme hat der neue Flughafen bereits seine Plan-Kapazität erreicht. Heute müsste schon der nächste Planungsschritt eingeleitet werden; dazu fehlt entweder Mut oder Weitsicht. Dabei bieten München, Dubai und Singapur viel Nachahmenswertes.
2.
Der Flughafen Tegel ist heute schon aus Kundensicht eine Zumutung; mit seinen Kapazitäten wird er 2009 endgültig am Ende sein; weiteres Wachstum kann er nicht tragen. BBI wird aber erst 2012 fertig; ein Konzept zur Schließung der Kapazitätslücke gibt es nicht. Luftverkehr ist der Motor für Wirtschaft und Gesellschaft. Wenn er nicht wachsen kann, sucht er sich andere Städte; Berlin geht leer aus.
3.
Der "berühmte" Konsensbeschluss von 1996 wird bei Inbetriebnahme BBI 16 Jahre alt sein. Niemand konnte damals voraussehen, wie sich alles entwickeln wird. Heute aber wissen wir, dass sich fundamentale Eckwerte der damaligen Erwartungen verändert haben. Tempelhof bis BBI offen zu halten, heißt für alle Verantwortlichen ohne Präjudiz fünf Jahre Zeitgewinn, die richtigen Weichen für die Zukunft Berlins zu stellen.
4.
Es ist von allen inklusive Senat unbestritten: Es gibt keinen juristischen Grund, Tempelhof vor der Inbetriebnahme BBI zu schließen; es besteht keine Gefährdung des Ausbaus von BBI, wenn Tempelhof über den 31. Oktober 2008 offen bleibt. Das bietet Berlin die Chance, den durch technologische Neuerungen weltweit doppelt so stark wachsenden Bereich "Business Aviation" auszubauen. Diesen größten Wachstumstreiber zum Thema "Mobilität" kann man nicht in den "Speckgürtel" Berlins verlegen.
5.
Fluggesellschaften - inklusive Lufthansa und Air Berlin - sind nicht gegen Tempelhof. Sie sind - und das zu Recht - gegen eine Quersubvention durch ihre in Tegel oder Schönefeld zu zahlenden Gebühren und wollen nicht gezwungen sein, zwei oder mehr Flughäfen in Berlin zu bedienen: Sie wollen eine "Single-Airport-Operation" in BBI. Die Nutzung von Tempelhof durch "Business Aviation" sichert diese Forderung. Eine Schließung löst die Subventionsnot nicht; im Gegenteil, der Senat muss die Lasten auf die Steuerzahler verteilen. Das Angebot des Bundes, den Aufwand Tempelhof bei Weiterbetrieb zu übernehmen, hat der Senat abgelehnt. Bei der Kassenlage Berlins ein Husarenstück.
6.
Private-Public-Partnership. Dieser "Taufspruch" des Konsensbeschlusses für BBI wurde nichts. Für Tempelhof aber liegen konkrete Betreiberangebote vor, die Kostenentlastung und Wachstum, Arbeitsplätze und Perspektive sichern. Eine Entwidmung von Tempelhof wäre eine ohne Not getroffene, irreversible Entscheidung mit unabsehbaren negativen Folgen für die Entwicklung der Stadt.
Berlin steht am Scheideweg. Tempelhof ist nicht Nostalgie, sondern Zukunft. Eine öffentliche Verhärtung der Positionen schadet dem Ansehen der Stadt und ihren Bürgern.
Es geht um Vernunft.
Ein runder Tisch aus Bundesregierung, Senat, Wirtschaft und Bevölkerung wäre der richtige Neuanfang. Jetzt.
Quelle: Berliner Morgenpost / (03.03.2008)

 

22.02.2008
Äußerung über «Bonzenflughafen» Tempelhof sorgt für Protest
SPD-Landesgeschäftsführer Rüdiger Scholz hat mit seiner Bezeichnung des Tempelhofer Flughafens als «Bonzenflughafen» Protest hervorgerufen. Mit dem Begriff liege der Politiker «völlig falsch», kritisierte der Geschäftsführer der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz (BBAA), Wolf Schöde, am Freitag in einem offenen Brief. Der Flugverkehr von Geschäftsreisenden nehme weltweit zu und habe gerade für Berlin eine wichtige Bedeutung. Mit dem Begriff «Bonzenflughafen» schlage Scholz in der Debatte einen neuen Ton an. «Das muss nicht sein, die Sachargumente sind stark genug», sagte Schöde.
Die Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (ICAT) bezeichnete die Äußerung als polemisch. «Tempelhof ist nicht elitär: Jeder hat Zutritt zum Flughafen», sagte ICAT-Vorsitzender Andreas Peter. Die Mehrzahl der Passagiere fliege Linie. Doch auch die Geschäftsreisenden seien eine wichtige Nutzergruppe, denn sie sicherten «Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze» in Berlin.
Für einen Kommentar in der Februarausgabe der SPD-Zeitung «Vorwärts» hatte Scholz geschrieben, Tempelhof habe als Verkehrsflughafen keine Zukunft. Die überwiegende Mehrheit der Berliner habe zudem «eher kein Interesse an einem Bonzenflughafen in der Innenstadt», führte Scholz an. Der City-Airport soll zum 31. Oktober geschlossen werden. Für einen Erhalt des Verkehrsflughafens setzt sich die ICAT ein, die von CDU und FDP unterstützt wird. (ddp)
Quelle: berlinonline / ddp  (22.02.2008)

16.02.2008
Die Entwidmung kann bis Oktober widerrufen werden.
Für den Luftfahrtexperten Elmar Giemulla ist der Flughafen Tempelhof noch längst nicht geschlossen
Der Berliner Luftverkehrsrechtsexperte Elmar Giemulla hat erhebliche Zweifel an der Endgültigkeit der Bescheide zum Widerruf der Betriebsgenehmigung des Flughafens Tempelhof und dessen Entwidmung zum 31. Oktober.
Das Bundesverkehrsministerium und etliche Juristen vertreten die Auffassung, die Beschlüsse zum Widerruf der Betriebsgenehmigung und zur Entwidmung des Flughafens Tempelhof seien unabänderlich. Sie sehen das anders?
Die Einstiegsüberlegung ist falsch. Rechtskräftig können nur Urteile sein. Verwaltungsakte erlangen Bestandskraft, aber die Behörde kann sie dennoch unter bestimmten Voraussetzungen wieder aufheben. Da die Wirkung beider Bescheide erst Ende Oktober eintritt, kann man sie bis dahin auch widerrufen.
Also eine politische und keine juristische Entscheidung?
Eine der wichtigsten Grundlagen für die geplante Schließung ist der Landesentwicklungsplan. Das ist ein Staatsvertrag, den das Abgeordnetenhaus beschlossen hat. Zielrichtung von Volksbegehren und Volksentscheid ist ebenfalls das Abgeordnetenhaus. Wenn der Willen des Volkes so eindeutig ist, kann man das nicht einfach ignorieren. Das Abgeordnetenhaus muss den Appell als Aufforderung verstehen, alles in seiner Macht stehende zu tun, und das würde bedeuten, diesen Staatsvertrag zu kündigen.
Und die Befürchtung, der weitere Betrieb von Tempelhof über die für 2011 geplante Eröffnung des BBI hinaus würde die Rechtsgrundlage des neuen Airports gefährden?
Bei einer Rücknahme der Bescheide hätten wir wieder die ursprüngliche Genehmigungslage. Wenn man daran nicht rührt, dann bleibt das so.
Und wenn Anwohner deshalb erneut gegen den BBI klagen?
Dafür haben sie keine Grundlage. Grundvoraussetzung für die Zulassung einer Klage ist, dass eine Belastung vorliegt. Jeder Flug in Tempelhof entlastet aber die Anwohner des BBI, sie sind damit begünstigt und haben keinen Klageansatz. Gleiches gilt übrigens auch für die Anwohner von Tempelhof, wenn der Flugverkehr dort bei einer Fortsetzung des Betriebes eingeschränkt wird.
Das Gespräch führte Rainer W. During.
Elmar Giemulla ist Professor für Luft- und Verwaltungsrecht an der TU Berlin und der Fachhochschule des Bundes. Er ist Verfasser zahlreicher Standardwerke zum Luftverkehrsrecht.
Quelle: Tagesspiegel online  (16.02.2008)

01.02.2008
Basta! Wowereit bekräftigt Schließung
Die Debatte geht in eine neue Runde: Wowereit erteilt dem Volksbegehren eine klare Absage und gießt damit Öl ins Feuer. Was sagt die Opposition?
Berlin. Klaus Wowereit (SPD) bleibt trotz des erfolgreichen Volksbegehrens bei seiner Position, den Flughafen Tempelhof wie geplant Ende Oktober zu schließen. In einem Interview mit der im österreichischen Graz erscheinenden "Kleinen Zeitung" begründete Wowereit dies damit, dass Berlins ältester Flughafen Tempelhof nicht mehr zeitgemäß sei. "Es fliegt kaum einer. Es ist ein riesiges Areal mitten in der Stadt. Es ist ein Sicherheitsproblem, ist auch ein ökologisches Problem, er schreibt Defizite seit Jahren und deshalb ist es eine rückwärtsgewandte Debatte, ihn offen zu halten." Erneut führte der Regierungschef auch die rechtlichen Risiken für den künftigen Hauptstadtflughafen BBI an. "Juristisch ist der Planfeststellungsbeschluss für den Großflughafen BBI fest verbunden mit der Zusage, den derzeitigen Hauptflughafen Tegel und den weniger genutzten Innenstadtflughafen Tempelhof zu schließen", sagte Wowereit. Der Airport Tempelhof soll Ende Oktober gegen den Willen der Wirtschaft sowie den Oppositions-parteien CDU und FDP dichtgemacht werden. Beide Parteien unterstützen das Volksbegehren. Dennoch habe er Verständnis für die mit der Schließung verbundenen Emotionen und historischen Erfahrungen. (ml/ddp)
Quelle: Tagesspiegel online / Klaus Kurpjurweit  (01.02.2008)

01.02.2008
• Schon knapp 178 000 Stimmen für das Volksbegehren Tempelhof

Berlin (dpa/bb) - Zwei Wochen vor Ende der Frist haben knapp 178 000 Berliner für das Volksbegehren zum Erhalt des Flughafens Tempelhof unterschrieben. Das sind 8000 mehr als erforderlich. Bis Freitagmorgen wurden 177 952 Unterschriften registriert, teilten die Interessengemeinschaft City-Airport Berlin (ICAT) und der Landeswahlleiter am Freitag mit. Das notwendige Quorum von 170 000 Stimmen war bereits am Mittwochabend erreicht worden. Dennoch soll bis zum 14. Februar weiter gesammelt werden. Auch am Wochenende 9./10. Februar können die Berliner in den dann extra geöffneten Bürgerämtern ihre Stimmen abgeben.
Quelle: Welt online (01.02.2008)

25.01.2008
• Über 160.000 Stimmen für den Erhalt des Flughafen Tempelhof
(Artikel gekürzt)

Das Ziel rückt in greifbare Nähe: 160.509 Menschen haben bereits für den weiteren Betrieb des Flughafens Tempelhof gestimmt – 170.000 werden benötigt. Unterstützung kommt mittlerweile auch aus Brandenburg von Wirtschaftsminister Junghanns (CDU). Doch sein Koalitionspartner, die SPD, steht nicht hinter ihm.
Die Unterschriftensammlung unter dem Motto "Berlin Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen" war im Oktober vergangenen Jahres gestartet. Besonders aktiv zeigen sich bislang die Bürger von Tempelhof-Schöneberg mit 33.100 Unterschriften, gefolgt von Steglitz-Zehlendorfern (29.920 Stimmen) und den Anwohnern von Charlottenburg-Wilmersdorf (22.538 Unterzeichner). Ziel der Initiatoren von der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (Icat): 170.000 Unterzeichner bis zum Stichtag 14. Februar.
So eindeutig sich immer mehr Berliner Bürger für den Erhalt des Flughafens aussprechen, so strittig ist das Thema innerhalb der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg. So gibt es um den möglichen Weiterbetrieb des Airports jetzt Streit in der Brandenburger SPD/CDU- Koalition.
Nach Auffassung von Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sollten dort auch nach der geplanten Schließung für den Linienverkehr kleine Geschäftsflieger starten und landen können. Dies würde nicht den künftigen Großflughafen in Schönefeld gefährden, sagte er der "Märkischen Oderzeitung“. Leider habe sich in Berlin eine Konfrontation aufgebaut, die keine Kompromisse mehr zuzulassen scheine. Kritik übte Junghanns auch am Berliner Senat, der kein Verwertungskonzept für Tempelhof erkennen lasse.
Gegenüber WELT ONLINE bekräftige Junghanns am Freitag, dass er unverändert hinter dem Ausbau des Flughafens Schönefeld stehe. Er wich auch nicht davon ab, dass Tempelhof künftig von kleinen Geschäftfliegern genutzt werden könnte. "Ich halte es für richtig, darüber offen zu sprechen."
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat sich jedoch bisher immer für die endgültige Stilllegung Tempelhofs ausgesprochen. Diese Haltung bekfätigte Regierungssprecher Thomas Braune noch einmal. Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Günter Baaske, nannte die Junghanns-Äußerungen "unverständlich" und "populistisch": "Junghanns will offenbar lediglich seinem bedrängten Berliner CDU-Kollegen unter die Arme greifen."(...)
Unterstützung erhielt der CDU-Landesvorsitzende Junghanns dagegen von seinem Stellvertreter Sven Petke. Es wäre auch in Brandenburgs Interesse, wenn Tempelhof für kleine Geschäftsflugzeuge weiterbetrieben würde, sagte Petke. Dies würde die Bundeshauptstadt und die Region attraktiver machen.(...)
Nach Angaben eines Sprechers des Oberverwaltungsgerichtes sind noch zwei Klagen gegen die Entwidmung des Flughafens anhängig – von der Icat und einer Einzelperson. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Die Icat rechnet sich Chancen aus, da sie durch die vom Senat verfügte Entwidmung das in der Verfassung festgelegte Recht auf Volksbegehren ausgehebelt sieht. Der Senat hatte am 8. Juni den "Bescheid über die Entlassung der Anlagen und Flächen des Flughafens aus der luftverkehrsrechtlichen Zweckbestimmung“ zum 31. Oktober 2008 erlassen.
Quelle: Welt online (25.01.2008)

 

15.01.2008
• Tegel überlastet - Air Berlin parkt Flieger in Tempelhof
(Artikel gekürzt)

Der Flughafen Tempelhof hat wieder eine Zukunft: Als Abstellplatz für ausrangierte Maschinen, für die es in Tegel keinen Platz gibt. Air Berlin hat in Tempelhof derzeit vier Maschinen vom Typ Fokker 100 abgestellt. Sie gehören der Fluggesellschaft Germania, die seit dem Tod ihres Gründers Hinrich Bischoff von Air Berlin geführt wird. Auf dem einstigen Zentralflughafen gibt es reichlich Platz, während Tegel aus allen Nähten platzt. Pünktlicher Verkehr sei dort kaum noch möglich, klagen Piloten. Die Flughafengesellschaft weist dies zurück.
Wie chaotisch die Situation für Passagiere ist, erleben Fluggäste in den Spitzenzeiten täglich. Wenn sich lange Schlangen vor den Abfertigungsschaltern bilden, gibt es für andere Passagiere dort kaum noch ein Durchkommen. Zum Stau kommt es auch regelmäßig vor den Sicherheitskontrollen.
Hinter den Kulissen, unsichtbar für die Passagiere, arbeiteten aber auch die Fluglotsen zu bestimmten Zeiten wegen des enormen Verkehrs, für den Tegel nicht konzipiert sei, an ihrer Belastungsgrenze, kritisiert Thomas Kärger, der als Pilot regelmäßig in Tegel startet oder landet und auch für seine Kollegen spricht. Verzögere sich bei einer Maschine zum Beispiel der Abflug, gebe es meist ein Durcheinander, weil die nächste Maschine bereits auf die nun blockierte Position warte. Wartezeiten bei Verspätungen gebe es auch auf anderen Flughäfen, entgegnet der Sprecher von Air Berlin, Peter Hauptvogel. Tegel habe keine größeren Probleme als viele anderen Flughäfen. Auch für Flughafensprecher Eberhard Elie sind Kärgers Vorwürfe nicht nachvollziehbar. In Tegel sei es gewiss eng, der sichere und pünktliche Flugverkehr sei aber gewährleistet. Auch die Lotsen seien nicht überlastet.
Zusätzliche Abstellflächen für Maschinen kann die Flughafengesellschaft nicht bauen. Für solche Anlagen wäre ein mehrjähriges und aufwändiges Genehmigungsverfahren erforderlich – mit anschließender Klagemöglichkeit vor Gericht. Neue Abstellflächen in der Nähe des Terminals hatte die Flughafengesellschaft nur schaffen können, weil sie dafür andere Positionen auf der entfernteren Nordseite des Flughafens aufgegeben hatte.
Konzipiert worden war Tegel für etwa fünf Millionen Passagiere im Jahr. Inzwischen sind es über 13 Millionen geworden. Mit steigender Tendenz, denn in diesem Jahr sollen weitere Langstreckenflüge mit großen Maschinen hinzukommen – unter anderem nach Peking. (...)
Quelle: Tagesspiegel online / Klaus Kurpjurweit  (15.01.2008)

11.01.2008
• Juristisch spricht nichts gegen Tempelhof
(Artikel gekürzt)

Der Rechtsexperte und frühere Verteidigungsminister Rupert Scholz plädiert für den Weiterbetrieb der Flughäfen Tempelhof und Tegel. Für ihn bedeuten die innerstädtischen Airports einen großen Standortvorteil für Berlin. Allerdings sei ein entsprechender Volksentscheid nicht rechtsverbindlich. Den Tempelhof-Befürwortern fehlen noch etwa 33.000 Unterschriften.
Der Rechtswissenschaftler Rupert Scholz (CDU) hält den Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tempelhof aus juristischer Sicht für möglich. „Es gibt kein rechtliches Argument, das in irgendeiner Weise gegen die Offenhaltung von Tempelhof spricht“, sagte Scholz am Freitag. Indirekt plädierte er auch für den Erhalt des Flughafens Berlin-Tegel. Drei Airports seien ein großer Standortvorteil Berlins, den man nicht aufgeben sollte. Unterdessen stieg beim Volksbegehren für Tempelhof die Zahl der Unterschriften auf 137.333. Das teilte der Landeswahlleiter mit.
Der rot-rote Senat will Tempelhof Ende Oktober schließen, weil er den neuen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) nicht gefährden will. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) argumentiert, neben dem neuen Flughafen dürfe es künftig keine weiteren öffentlichen Verkehrsflughäfen in Berlin geben. Das sei die rechtliche Voraussetzung beim Beschluss für den Bau von BBI gewesen.
Scholz, der früher auch Berliner Justizsenator und Bundesverteidigungminister war, sagte hingegen, die Entscheidung für Weiterbetrieb oder Schließung von Tempelhof sei nur eine „politische Frage“. Weder durch den Planfeststellungsbeschluss für BBI noch durch den entsprechenden Landesentwicklungsplan sei die Schließung der beiden älteren Flughäfen Tempelhof und Tegel notwendig.
Auch für die Gerichte, die sich mit dem Bau von BBI in Schönefeld befasst hätten, seien andere Fragen relevant gewesen, sagte Scholz. Dabei sei es vorrangig um Fragen der Sicherheit, des Lärm- und Umweltschutzes gegangen. Im Streit um Tempelhof hatte das Bundesverwaltungsgericht im Dezember dem Senat und der Flughafengesellschaft bestätigt, dass die geplante Schließung rechtmäßig sei.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedbert Pflüger betonte, ein kleiner Stadtflughafen wie Tempelhof sei „vor allem für Geschäftsflugzeuge von absoluter wirtschaftlicher Bedeutung“. Diesen entscheidenden Standortvorteil habe man in den 90er Jahren noch nicht so gesehen. Über die Argumente des Senats sagte Pflüger: „Es ist ein Popanz aufgebaut worden.“ Das Volksbegehren und einen möglichen folgenden Volksentscheid für Tempelhof im Juni hält Scholz jedoch für nicht zwingend. Ein Volksentscheid habe keine rechtlichen Konsequenzen, sondern nur politische Wirkung, sagte er. Es handele sich in diesem Fall nur um eine allgemeine politische Willenserklärung und Aufforderung an den Senat und nicht um eine Gesetzesänderung. Der Volksentscheid sei „rechtlich unverbindlich, aber politisch hochverbindlich“. (...)
Quelle: Tagesspiegel online  (11.01.2008)


05.01.2008
• Tempelhof soll Weltkulturerbe werden

Die Tempelhof-Anhänger lassen nicht locker:
Schon 128 341 Berliner haben bis gestern beim Volksbegehren für die Rettung des City-Airports unterschrieben.
Und jetzt soll das ganze Areal sogar Weltkulturerbe werden!
Bei der Unesco in Paris liegt schon ein Antrag vor. Volker Perplies (39) hat den Rettungsplan ausgearbeitet. Der Ingenieur aus Pankow präsentierte den Welterbe-Schützern drei Gründe:
• Tempelhof ist der älteste Flughafen der Welt. Er wird seit 85 Jahren betrieben.
• Die Gebäude waren Vorreiter für Flughafenanlagen auf der ganzen Welt. Ernst Sagebiels andere Airportbauten (Wien, Stuttgart, München) sind weitgehend zerstört. Star-Architekt Sir Norman Foster (Reichstagskuppel) nennt Tempelhof die „Mutter aller Flughäfen“, zudem ist er das drittgrößte Gebäude der Welt.
• Der Airport ist ein Spiegelbild der Berliner Geschichte: vom Nationalsozialismus über den Kalten Krieg bis zur Wiedervereinigung.
Perplies: „Ich hoffe, dass mein Antrag die Leute noch mehr aufrüttelt: Hier ist was ganz Wertvolles,
das zerstört werden soll!“
Und so geht es mit dem Weltkulturerbe-Antrag bei der Unesco weiter:
• Entweder das Land Berlin schließt sich dem Antrag an, damit die Bewerbung offiziell wird
• oder „wir können die früheren Alliierten, die Amerikaner, dafür gewinnen“, schlägt Perplies vor.
Bislang stehen nur zwei Berliner Bauten auf der Unesco-Liste (insgesamt 660): Die Museumsinsel und die Preußischen Schlösser & Gärten.
Perplies: „Die Schließung wäre ein Verlust für uns und nachfolgende Generationen!“
Und: Flugbetrieb wäre auf dem „Weltkulturerbe Tempelhof“ selbstverständlich erlaubt...
Quelle: Bild online / von Hildburg Bruns (05.01.2008)

04.01.2008
• 128 341 Unterschriften für Flughafen Tempelhof
CDU verstärkt Engagement für Volksbegehren.
Nach zwölf Wochen seit Beginn des Volksbegehrens haben 128 341 Berliner für den Erhalt des Flughafens Tempelhof unterschrieben. An den wegen der Feiertage nur fünf Öffnungstagen der Bürgerämter in den vergangenen zwei Wochen kamen 7744 Unterschriften zusammen."Damit haben wir gut drei Viertel der für den Volksentscheid benötigten Stimmen zusammen", sagte gestern der Vorsitzende der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof (Icat), Andreas Peter. Um das Volksbegehren zum Erfolg werden zu lassen, muss die Icat als Initiatorin des Plebiszits in den verbleibenden sechs Wochen bis zum 14. Februar 170 000 gültige Unterschriften vorweisen.Neben den regulären Öffnungszeiten der Bürgerämter und anderer Bezirkseinrichtungen können Unterschriften auch am Wochenende 9. und 10. Februar in der Zeit von 10 bis 16 Uhr geleistet werden. Die Icat rief gestern ihre 1200 Mitglieder auf, sich am "Straßenkampf" zu beteiligen. Offenbar ist das Engagement in den eigenen Reihen im Gegensatz zur Unterstützung der CDU nur mäßig. Im Newsletter der Icat schreibt Icat-Vorstandsassistent Thomas Böhme: "Manchmal habe ich das Gefühl, das eine oder andere Icat-Mitglied will sich mit seiner Mitgliedschaft und den zehn Euro Jahresbeitrag freikaufen und sein Gewissen beruhigen. - Das reicht nicht. Unser Volksbegehren braucht grad jetzt Ihr Engagement."Der Generalsekretär der CDU, Frank Henkel, kündigte hingegen gestern an, dass Partei und Fraktion in den verbleibenden knapp sechs Wochen alle Kräfte mobilisieren werden. "Die gesamte Berliner CDU wird im jetzt beginnenden Endspurt noch engagierter an der Seite der Icat und unterstützt von 70 Prozent der Berlinerinnen und Berliner quer durch alle Parteien und von Ost nach West für den Flughafen kämpfen", so Henkel. So wurden gestern 6000 CDU-Plakate mit der Aufschrift "Ja zu Tempelhof - Nein zu Arroganz" an alle CDU-Kreisverbände verteilt, die die Plakate ab heute im gesamten Stadtgebiet aufhängen werden. "Wir geben jetzt Vollgas. So werden alle Neujahrsempfänge der CDU-Kreisverbände wie auch mein politischer Aschermittwoch unter dem Motto ,Tempelhof muss offen bleiben' stehen", kündigte Henkel gestern an. Der Senat will Tempelhof Ende Oktober schließen.
Quelle: Welt online (04.01.2008)

 

 

Impressum:

 

Verantwortlich gem.
§ 10 Absatz 3 MDStV


Andreas Donati
Schönfließer Str. 58 A
13465 Berlin
a.donati@web.de


© 2007-2010 Donati

 

 UNESCO
  Weltkulturerbe
Flughafen Tempelhof